Angriff auf Gnadenhof Unbekannte quälen blindes Pferd in Themar

Pferde auf der Weide Foto: dpa/Friso Gentsch

Beginnt die Serie des Pferderippers erneut? In Südthüringen haben sich auf einem Gnadenhof unglaubliche Szenen ereignet.

Themar - Eine Beinahe-Katastrophe konnte Dienstagnacht in Themar verhindert werden. Unbekannte hatten gegen Mitternacht die Koppel am Gnadenhof in der Meininger Straße geöffnet und die Tiere verletzt. Ein blindes Pferd flüchtete panisch, wie Polizeisprecherin Julia Kohl am Mittwoch mitteilte. „Nicht auszudenken was hätte passieren können, wenn die Pferde auf die Bundesstraße gerannt wären und ein Auto gekommen wäre!“, heißt es in einer Erklärung des Gnadenhofes.

Die Kriminellen hatten die Stromversorgung der Pferdekoppel gekappt und die fünf Tiere aufgescheucht. „Aga und Gitano von einem Ende zum anderen Ende der Koppel gejagt“, heißt es vom Gnadenhof. Die blinde Aga verletzte sich am Kopf, Beinen, Hals und Brust.

Die Polizei wurde verständigt und war innerhalb von 15 Minuten am Gnadenhof, nahm über zwei Stunden alles auf und wird die Videos der Überwachungskamera auswerten. Die Polizei bittet um Hinweise unter ( (0 36 85) 77 80 . Der Gnadenhof hat eine ausgesetzte Belohnung von 600 auf 1000 Euro erhöht.

Seit dem vergangenen Herbst kam es in Südthüringen zu mehreren Vorfällen, bei denen Pferdequäler nachts Koppeln heimgesucht haben. In Jena gab es zuvor eine spezielle Ermittlungsgruppe der Polizei, die aber im vergangenen Jahr ihre Arbeit ohne Erfolg wieder eingestellt hat.

Das Landeskriminalamt Niedersachsen unterhielt zwischen 1999 und 2005 eine Ermittlungsgruppe Pferd. Nach dem damaligen Täterprofil sollte es sich um eine männliche Person im Alter von etwa 50 Jahren mit kräftiger Statur handeln. Er habe große Hemmungen im Umgang mit Frauen.

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