Schönbrunn „Sonnenblume“ wird Biosphären-Kindergarten

Schon im dritten Jahr kooperieren Biosphärenreservat und Kindergarten. Gemeinsam erstellen sie Projekte und regelmäßige Tage mit den Rangern.

Annett Rabe vom Biosphärenreservat (zweite von links) hat als Start für die Kooperation ein Bild der Pflanzaktion im Gepäck. Bürgermeister Heiko Schilling (links) und Kita-Leiterin Annekatrin Zepp (Mitte) freuen sich auf den gemeinsamen Weg zumBiosphären-Kindergarten. Foto: Christina Sittig-Schubert

Der Kindergarten Sonnenblume in Schönbrunn hat sich aufgemacht Biosphärenkindergarten zu werden. Schon drei Jahre lang begleitet das Biosphärenreservat die Einrichtung. Mit Rat und Tat, mit verschiedenen Bildungsprojekten und auch mit handfester finanzieller Förderung.

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„Wir wohnen und leben mitten im Biosphärenreservat und es passt ohnehin zu unserem pädagogischen Konzept“, erzählt Annekatrin Zepp, Leiterin des Kindergartens von der Motivation mit dem Biosphärenreservat zusammenzuarbeiten. In der „Sonnenblume“ wird der lebensbezogene Ansatz verfolgt. Das bedeutet unter anderem, dass mit den Kindern die nähere Umgebung, in der sie leben, erkundet wird. Das bezieht sich auf die Natur und den Wald, aber auch auf Kontakte zu Vereinen, Firmen und Institutionen der Region.

Große Unterstützung

Mehrere große Projekte und fortlaufende Kooperationen verbinden den Kindergarten und das Biosphärenreservat bereits. Im ersten Jahr haben sie gemeinsam Hochbeete und eine Blühwiese um ein Insektenhotel sowie eine Zisterne angelegt.

Im zweiten Jahr ist ein Wasserspielplatz entstanden. „Und die Leute vom Biosphärenreservat haben uns beim Bildungskonzept unterstützt“, sagt Annekatrin Zepp. Dabei ging es darum, Themen die den Wald betreffen, den Gartenkalender oder den Wasserkreislauf ins Konzept zu integrieren. Im Grunde sei alles, was man angeschafft habe, auch mit der pädagogischen Arbeit verknüpft worden.

Nun im dritten Jahr bekommt der Kindergarten einen Bauwagen, der am Waldlernort aufgestellt werden soll und der als Unterschlupf dienen soll, damit die Kinder sich dort im ganzen Jahr aufhalten können. Der Stellplatz befindet sich auf einem Platz oberhalb des Hochbehälters bei der Wanderhütte und kann vom Kindergarten aus zu Fuß erreicht werden.

Derzeit wird der Bauwagen hergestellt. Der Bauhof der Gemeinde wird den Boden vorbereiten. Und ein Papa mit Fuhrunternehmen aus der Gemeinde wird den Wagen an Ort und Stelle bringen. Im August will man, wenn alles klappt die Einweihung feiern. Mehr als 50 000 Euro waren für die großen und kleinen Projekte in den vergangenen Jahren aus Förderung geflossen. Die Kooperation mit dem Biosphärenreservat erstreckt sich aber auch auf Fortbildungen und regelmäßige Besuche der Biosphären-Ranger, die mit den Kindern ganz unterschiedliche Angebote zu Wald, Wiese und Fluss realisieren. „Das ist toll und macht allen viel Spaß“, meinen Annekatrin Zepp und Sophie Berger, eine der stellvertretenden Leiterinnen der Einrichtung. Es sei ein offener Austausch und eine schöne Zusammenarbeit. Auch die Erzieherinnen und Erzieher haben viel Erfahrung sammeln dürfen und können ihr Wissen nun in die Arbeit einfließen lassen.

Das Biosphärenreservat hat auch ermöglicht, digitale Angebote dort zu integrieren, wo es sinnvoll ist. So gibt es etwa Tablets, mit denen die Kinder Pflanzen bestimmen können, oder etwas über das Leben der Tiere erfahren. Darüber hinaus können die Erzieher auch Fotos aufnehmen und zeigen auf einem Bildschirm im Vorraum des Kindergartens eine kleine digitale Ausstellung, bei der auch die Eltern sehen können, was ihre Kinder in der Einrichtung erlebt haben.

Voneinander lernen

Naturthemen, die schon immer eine große Rolle im Kindergarten gespielt haben, werden vertieft, Bewegung und Aufenthalt in der Natur ausgebaut. Auch die Arbeit im Garten, beim Ansäen, Pflegen, Ernten und Verarbeiten von Obst und Gemüse lernen Kinder und Erzieher gleichermaßen. „Wir haben in Workshops viele neue Dinge gelernt, wie wir jetzt in unsere Arbeit einfließen lassen“, sagt Sophie Berger. Darüber hinaus habe man festgestellt, dass ja jeder ein bisschen seine Erfahrungen und seine Kenntnisse einbringen und weitergeben kann.

Die Auszeichnung „Biosphären-Kindergarten“ richtet sich an Kindergärten im Gebiet des Biosphärenreservats Thüringer Wald. Einrichtungen, die ihren Kindern das Gebiet näher bringen wollen, haben die Möglichkeit, sich auf Basis eines Kriterienkatalogs zertifizieren zu lassen. Sie erhalten dafür fachliche und organisatorische Unterstützung von der Verwaltung und profitieren von Angeboten des Biosphärenreservats. Die Auszeichnung „Biosphären-Kindergarten“ ist angegliedert an eine bundesweit etablierte Auszeichnung von Nationale Naturlandschaften e.V., dem Dachverband der deutschen Biosphärenreservate, Nationalparke, Naturparke und der Wildnisgebiete.