Schobse-Mühle Die älteste Sägemühle der Region

Sybille Huck
Christian Beinicke (rechts) ist mit Leidenschaft beim Holz und seinen alten Maschinen. Foto: Sybille Huck

Die Schobse-Mühle anno 1889 ist die älteste Sägemühle der Region. Sie arbeitet noch mit alter Technik.

Gehren - Christian Beinicke aus Gehren ist 39 Jahre jung. Hauptberuflich arbeitet er als Logistiker. Seine Leidenschaft aber gilt dem Holz. Vor viereinhalb Jahren hat er das idyllisch gelegene alte Schobse-Sägewerk in Gehren gekauft. „Die Schobse-Mühle ist das älteste und größte Sägewerk in der Region, das noch mit alter Gattertechnik arbeitet“, erklärt Beinicke stolz, der in seinem Nebenerwerb als „Holz-Gonzo“ von Freundin Anita und anderen Familienangehörigen unterstützt wird. Sägegatter und Hobelmaschine sind aus dem Jahr 1927 und konnten am vergangenen Sonnabend besichtigt werden. Einiges wie das alte Gatter soll demnächst ersetzt werden, um die Holzverarbeitung zu erleichtern. Doch für Schauzwecke bleibt die alte Technik auf jeden Fall erhalten, verspricht „Holz-Gonzo“, der seinen ungewöhnlichen Spitznamen dem Gonzo aus der Muppet-Show verdankt.

Dreimal führte der Mühlenbesitzer sein staunendes Publikum durch die Räumlichkeit und zeigte Technik und Verarbeitung vom Baumstamm bis zum fertig gehobelten Brett auf den alten Maschinen. Auch Spaltvorführungen gab es, eine Vorführung historischer und moderner Brennholztechnik und einen Kinderbasteltisch.

Seit der Übernahme des Sägewerkes gibt es in der Schobsetalstraße 85 in Gehren neben Schnitt- und Brennholz, auch Hobelware und Säge- und Hobelspäne. „Das wird sehr gern angenommen“, sagt Beinicke. Außerdem bietet er Sonderzuschnitte bis acht Meter Länge an: „Da kann auch mal jemand sagen, dass er einen Baum aus dem Garten zu einem Esstisch zuschneiden lassen möchte. So was machen wir auch.“ Besondere Gartenmöbel und Dekoartikel aus Teakholz und Bambus ergänzen das Holzangebot und waren in einer Ausstellung zu sehen. Auch die im Gebäude eingemietete Dekowerkstatt Kraus aus Jesuborn war mit einem Stand mit Dekoartikeln und Schmuck aus Beton und Holz vertreten. Gerade die Dekoartikel waren beim Publikum sehr beliebt. Etwa 150 Gäste, darunter Mitglieder Heimatgeschichtsverein aus der Kernstadt Ilmenau, informierten sich über die Schobse-Mühle, die erstmals 1689 erwähnt wurde. Gäste kamen aber auch Weimar und Leipzig, die auf ihrem Besuch in der Gegend reinschauten.

„Es freut mich sehr, dass gerade aus dem Ort immer mehr Menschen kommen, für einen Schwatz bei Kaffee und Kuchen,“ meint Beinicke. Besonders freute er sich über die Teilnahme der Familie Ackermann vom Partnersägewerk aus Paulinzella. Dort steht mit Tochter Marion mittlerweile eine Frau am Steuer. „Wir unterstützen uns, wo wir können und tauschen uns aus.“ Und so half der Senior trotz seiner 80 Jahre am Gatter beim Schneiden mit.

Im Winter, zum weihnachtlichen Sonderverkauf, war die Anfrage nach einem Sommerfest aufgekommen, so wie am Samstag ein Weihnachtsfest angefragt wurde. Ob und wie dieses stattfinden kann, können Interessierte über die Facebook-Seite von „Holz-Gonzo“ erfahren.

Geöffnet hat die Mühle immer freitags von 14 bis 18 Uhr.

 

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