Schnelles Internet Die digitale Zukunft landet dank Raketen unter der Erde

Ziehen für den Ausbau des schnellen Internets an einem (Glasfaser)Strang: Der Oberhofer Beigeordnete Wolfgang Henninger, der Steinbach-Hallenberger Bürgermeister Markus Böttcher, der Zella-Mehliser Bürgermeister Richard Rossel, die Gemeinschaftsvorsitzende der VG Dolmar-Salzbrücke, Manuela Kühhirt und Uwe Rettner Senior-Manager Kommunale Kooperation Region Nord/Ost der Deutsche Glasfaser (vorne, von links) sowie Lennart Götte Projektmanager von Deutsche Glasfaser, Harry Ellenberger von der Stabsstelle Wirtschaftsförderung des Landkreises Schmalkalden-Meiningen, Thomas Knoll, Referatsleiter für Digitales im Wirtschaftsministerium und Michael Kölling, Regionalmanager der Deutsche Glasfaser (hinten, von links) Foto: Michael Bauroth

Bis 2024 können die Bürger von Zella-Mehlis, Oberhof, Steinbach-Hallenberg sowie Dillstädt, Schwarza und Einhausen mit bis zu 10 000 Megabit pro Sekunde surfen. Dafür muss das Glasfaserkabel, das 15 000 Haushalte und 160 Firmen versorgen soll, aber erst mal verlegt werden.

Mit Lichtgeschwindigkeit rasen die Daten durch das haarfeine Glasfaserkabel. Wer solch einen Strang nicht vor der Haustür liegen hat, surft eher im Schneckentempo. Das stellt nicht nur Privatleute im Homeoffice, sondern vor allem Unternehmen, die große Datenmengen übermitteln müssen, vor Probleme.

Eine Lösung für die Städte Oberhof, Zella-Mehlis und Steinbach-Hallenberg sowie für die Orte Schwarza, Dillstädt und Einhausen der VG Dolmar-Salzbrücke, bietet nun die Deutsche Glasfaser. Die Unternehmensgruppe will 30 Millionen Euro investieren, um 15 000 Haushalte und 160 Unternehmen mit einer Surfgeschwindigkeit von bis zu 10 000 Megabit pro Sekunde zu versorgen.

Kein Geld vom Land

In seiner jüngsten Sitzung hatte der Zella-Mehliser Stadtrat den Kooperationsvertrag dazu abgesegnet. In den Jahren zuvor sei die Stadt immer wieder durchs Raster Gefallen. „Wir sind froh, dass ein privater Anbieter jetzt erkennt, dass wir ein Pflaster sind, auf dem es sich zu investieren lohnt“, sagt Bürgermeister Richard Rossel.

Die Chance für den ländlichen Raum sieht auch Thomas Knoll, Referatsleiter für Digitales und Kreativwirtschaft im Wirtschaftsministerium. Früher sei die Anbindung an Fernverkehrsstraßen und ans Eisenbahnnetz wichtig gewesen, heute die Anbindung ans Hochgeschwindigkeitsnetz. „Es nicht mehr wichtig, wo man sitzt, sondern wie gut man mit Internet versorgt ist“, sagt er. Er freue sich, dass er bei diesem Projekt gar nicht zuständig sei, da keine Steuergelder in Form von Fördermitteln von Bund und Land fließen. Dennoch bekenne sich das Land als Unterstützer solcher Initiativen.

Bis die Daten allerdings fix fließen, stehen noch einige Vorarbeiten an. In den kommenden zwölf Wochen müssen 33 Prozent der Bürger Ja sagen zum Ausbau. Dazu werde es Infoveranstaltungen, ein Bürgerbüro und Vor-Ort-Termine geben, um das Vorgehen abzusprechen. Erst dann wird gebaut.

„Dafür müssen wir das Erdreich aber noch mal aufmachen. Ein letztes Mal“, verspricht Uwe Rettner, Senior-Manager kommunale Kommunikation Region Nord/Ost der Deutsche Glasfaser. Straße für Straße werde bestückt. Zum Teil müsse der Boden aufgebaggert werden, zum Teil könne das Kabel geschossen oder via Erdrakete punktgenau verlegt werden. „So schaffen wir an einem Tag 1000 Meter. Danach sieht es aus, als wären wir nie da gewesen“, betont Uwe Rettner.

Das Glasfaserkabel landet nicht nur vorm Haus. Es muss über das private Grundstück verlegt und mit dem Router in Arbeits- oder Wohnzimmer gekoppelt werden. „Diese Technik wird uns überleben“, verspricht der Experte.

Vor allem die Topografie und das Wetter in Oberhof stelle die Bauarbeitern vor Herausforderungen, vermutet Uwe Rettner. Doch ein Zeitpuffer sei eingeplant, sodass die Arbeiten bis 2024 abgeschlossen sein werden. Unterdessen liefen bereits Absprachen mit weiteren Orten der VG Dolmar-Salzbrücke, blickt der Senior-Manager in die Zukunft.

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