Landkreis Sonneberg Winter und mal wieder Chaos auf den Straßen

Madlen Pfeifer und

Tief Christian hat sich am Dienstag auch über dem Landkreis Sonneberg ausgetobt und dabei um die 15 Zentimeter Neuschnee, teils böige Winde und infolgedessen jede Menge liegen gebliebene Lkws und Behinderungen auf den Straßen beschert.

Neuhaus am Rennweg/Sonneberg - Glücklich schätzen konnten sich am Dienstag all jene, die nicht auf den Straßen im Landkreis unterwegs sein mussten. Dort, wo unaufhörlicher Schneefall gepaart mit Verwehungen und schlingernden, stecken gebliebenen oder querstehenden Lkws für reichlich Behinderungen gesorgt haben.

Eine ungewöhnliche Wetterlage sei es aber nicht, sagt Rüdiger Manig von der Wetterstation in Neuhaus am Rennweg am Dienstagnachmittag. Es handle sich um ein ganz normales Tief mit Schneefall. In den Montagabendstunden habe es die ersten Flocken und Graupelschauer gegeben. Aber so richtig losgelegt habe Tief Christian erst weit nach Mitternacht. Am Dienstagmorgen gegen 4 Uhr sei der Schneefall kräftiger geworden, so Manig. Allein bis in die frühen Nachmittagsstunden sind – je nach Ortslage – um die zwölf bis 15 Zentimeter Neuschnee hinzugekommen. Der Wetterexperte spricht damit für Neuhaus am Rennweg insgesamt von einer Schneedecke von gut 20 Zentimetern. Und obendrein für ein paar Stunden am Vormittag von Böen der Windstärke 8.

Auto landet auf dem Dach

Den ersten Unfall hat es aber bereits am Montagabend gegen 21.45 Uhr im Wald bei Steinach gegeben, als eine 46-Jährige mit ihrem Pkw auf dem Waldweg zwischen Wiefelsburg und Hämmerer Ebene aufgrund von Schneeglätte und unangepasster Geschwindigkeit vom Weg abkam und der Wagen auf dem Dach landete. Verletzt hat sich die Dame nicht, wie Stefanie Kurrat von der Landespolizeiinspektion(LPI) Saalfeld auf Nachfrage mitteilt. Weitere schwerwiegende Verkehrsunfälle gibt es laut der Pressesprecherin bis zum frühen Dienstagnachmittag nicht zu verzeichnen. Dafür aber jede Menge Behinderungen auf den Straßen, die sich durch die Wetterverhältnisse und die damit nicht zurechtkommenden Lastwagen ergeben haben. „Der Landkreis Sonneberg ist besonders betroffen“, sagt die Sprecherin, die beim Blick aus dem Polizeibüro in Saalfeld keinerlei Weiß erkennen kann. Ganz anders in den Höhenlagen, wo Schnee auf den Straßen und nicht mehr vorwärts kommende Lkw das Bild zeichnen – so wie etwa typischerweise zwischen Neuhaus und Lichte oder zwischen Piesau und Spechtsbrunn. Ebenso im Süden, wo schon am frühen Dienstagvormittag ergiebiger Schneefall den Verkehr bis ins Sonneberger Unterland lahmgelegt hat. Gegen 8 Uhr standen die ersten Lkw kurz vor Judenbach. Auch auf der Bundesstraße 89 ging nichts mehr und bei Neuhaus-Schierschnitz kamen die Laster nicht mehr voran. In der Sonneberger Innenstadt kroch der Verkehr bestenfalls entlang, denn kaum waren die Straßen geräumt, hatte sich schon eine neue Schneedecke gebildet.

Dicht gemacht hat schon am Vormittag das Astronomiemuseum der Sternwarte Sonneberg. Nach Neufang kam kein Fahrzeug durch und auch die Sternwarte selbst war völlig eingeschneit. „Wir kommen mit dem Schneeschieben nicht mehr hinterher“, teilt Museumsleiter Thomas Müller mit.

Auf der gesamten Strecke vom Saargrund hinauf nach Siegmundsburg durch Steinheid bis nach Neuhaus und wieder zurück ist Freies Wort-Fotograf Steffen Ittig immer wieder an rutschenden, liegen gebliebenen oder querstehenden Lkw vorbei gekommen. Alles nur im Kriechgang. Der ein oder andere Stillstand inklusive. Auf etwaig mangelnden Einsatz seitens des Winterdienstes sei das seiner Ansicht nach aber nicht zurückzuführen. Räumfahrzeuge sind ihm in regelmäßigen Abständen begegnet. Ob auf Bundes-, Land- oder Kommunalstraßen.

Auf Schnee folgt Regen und dann wieder Frost

In Neuhaus selbst ist das Team vom Bauhof seit 2.30 Uhr im Einsatz, sagt Bauhofleiter Ronny Mosebach. Von den insgesamt 67 Kilometern Neuhäuser Kommunalstraßen ist die zwölfköpfige Mannschaft im Zweischichtbetrieb allein auf 46 Kilometern im Stadtgebiet, in Lichte und Piesau unterwegs. Werktags immer bis 22 Uhr. Und pro Schicht mit sechs Schneepflügen. Die Steinheider Gemeindestraßen übernimmt die Firma Pechthold, die in Siegmundsburg, Limbach und Scheibe-Alsbach die Firma Meusel. Auf den Ortsdurchfahrten räumen und streuen Fahrzeuge der Thüringer Straßenwartungs- und Instandhaltungsgesellschaft (TSI). Doch egal, wer wo am Dienstag unterwegs gewesen ist, ihnen allen dürfte es ähnlich ergangen sein wie dem Team des Neuhäuser Bauhofs rund um Mosebach, der sagt: Kaum habe man die Strecke abgefahren, von Schnee befreit und gesalzen, könne man aufgrund der schlichtweg „winterlichen“ Bedingungen sogleich wieder von vorn anfangen.

Was von den unzähligen Flocken am Donnerstagmorgen übrig sein wird? Das bleibt laut Wetterexperte Manig abzuwarten. Denn schon in den Dienstagabendstunden, so prophezeit er es, gehe der Niederschlag in Regen über. Und so werde es auch am Mittwoch bleiben – bei Temperaturen über Null Grad Celsius. Am Donnerstag kehrt sich die Situation wieder um. „Da kommen wir wieder in den Frostbereich, in den Kammlagen in den Dauerfrostbereich“, so Manig. Bis Montag – also übers nächste Wochenende – rechnet er erneut mit insgesamt gut 20 Zentimetern Neuschnee.

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