Temperaturen unter null Grad Wetterkapriolen: In Slowenien schneit es mitten im Sommer

Markus Brauer , aktualisiert am 08.07.2025 - 15:51 Uhr

Nach der letzten Hitzewelle ist vor der nächsten Hitzewelle: Doch derzeit toben in Teilen Europas Unwetter mit Starkregen. In höheren Lagen Österreichs und Sloweniens hat es sogar geschneit.

Vom 2864 Meter hohen Triglav, Sloweniens höchstem Gipfel, hat man einen fantastischen Panoramablick auf die Bergwelt der Julischen Alpen (Archivbild). Foto: Imago/Depositphotos

Dasselbe Tiefdruckgebiet, das in Deutschland derzeit für die langersehnte Abkühlung sorgt, bringt anderen Teilen Europas schwere Unwetter und Zerstörung. Die Lage dürfte sich nach Angaben von Wetterexperten weiter verschärfen. Besonders betroffen sind Regionen, die auch bei deutschen Urlaubern sehr beliebt sind: Teile Norditaliens, der Westen Sloweniens sowie Kärnten und die Steiermark in Österreich stehen unter Wetterstress.

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Regenwand über Teilen Südost-Europas

In den vergangenen 48 Stunden fielen in den genannten Gebieten zwischen 50 und 130 Liter Regen pro Quadratmeter. Ein Ende ist nicht in Sicht: „Bis Dienstagabend könnten in den gleichen Gebieten nochmals 50 bis 150 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen“, erklärt der Meteorologe Gernot Schütz vom Online-Wetterdienst wetter.com.

„Der Schwerpunkt liegt dabei in der Grenzregion zwischen Italien und Slowenien – von Venetien, teilweise bis in das Hinterland von Venedig, über den Osten Kärntens bis in weite Teile der Steiermark.“

Vor allem Kroatien, Italien und Slowenien werden von starken Sturmböen und Niederschlägen getroffen.

Triglav: Schneefall auf Sloweniens höchstem Berg

Derzeit herrschen in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana 16 Grad bei Nieselregen. Ganz anders sieht es weiter nordwestlich in den Julischen Alpen aus.

Triglav (re.) und Krederoica (li., Archivbild). Foto: Imago/Design Pics

Der Triglav (Dreikopf, italienisch: Monte Tricorno) ist mit 2864 Metern der höchste Gipfel Sloweniens und der Julischen Alpen. Er liegt im Zentrum des nach ihm benannten Triglav-Nationalparks, des einzigen Nationalparks des Landes.

Laut Wetterdiensten liegen in den kommenden drei Tagen dort die Temperaturen tagsüber zwischen 2 und 9 Grad. In den Nächten kann es bis auf 0 Grad absinken. Das bedeutet: leichter Schneefall mitten im Sommer.

Weiße Bergspitzen auf Monte Canin und Kredarica

Allerdings befindet sich die Wetterverschlechterung mit Gewittern und Schneeregen bereits in der Endphase, wie der nationale Wetterdienst des Landes meldet. Nach dem Durchzug der Kaltfront könnte es weiter abkühlen und die Schneefallgrenze auf rund 2200 Meter sinken.

Das Triglavhaus (auch Kredaricahütte) ist eine Schutzhütte am Triglav in den Julischen Alpen. Es liegt auf 2515 Meter knapp unterhalb des Kredarica-Gipfels (2539 Meter). Foto: Imago/Imagebroker

Die Wetterkameras der Umweltagentur ARSO zeigen in höheren Lagen, beispielsweise auf dem Monte Canin an der Grenze zu Italien und auf dem Kredarica, weiße Bergspitzen. An der höchsten Wetterstation wurden am 8. Juli um 10 Uhr morgens nur 0 Grad gemessen.

Schnee auf den Gipfel, Gewitter an den Küsten

Den Angaben zufolge könnten die Gewitter noch einige Stunden andauern und sich am Nachmittag von Westen her allmählich verziehen. In der Nacht wird die letzte Niederschlagswelle vor allem den Süden Sloweniens treffen.

Auch an der Küste sind lokale Gewitter möglich. Bis zum Dienstagmorgen (9. Juli) wird der Regen überall aufhören. Auf den höchsten Gipfeln wird es aber noch kalt genug sein , sodass sich bis dahin mancherorts noch einige Zentimeter Schnee ansammeln könnten.

Weiße Pracht bleibt nicht lange liegen

Der Schnee schmilzt jedoch unter der starken Julisonne schnell, da in den kommenden Tagen wieder sonniges und trockenes Wetter zu erwarten ist. Morgens ist es zunächst noch recht kühl, doch die Temperaturen steigen allmählich an und erreichen Anfang nächster Woche wieder knapp 30 Grad.

Laut ARSO-Prognose besteht aufgrund des in den höheren Lagen über Mittel- und Osteuropa verbliebenen Kaltluftkerns weiterhin die Möglichkeit lokaler Schauer und Gewitter.