Schmierfinken in Hildburghausen Schulfassade als Tafelersatz

Eine Schultafel (Symbolbild). Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Da war die Tafel im Klassenzimmer offenbar nicht groß genug: Unbekannte haben eine Schule in Hildburghausen mit Zahlen und Buchstaben beschmiert. Im Gegensatz zur Wandtafel lassen sich die Zeichen aber nicht mehr abwaschen. Nun ist der Sachschaden da.

Hildburghausen - Die „ unbekannten Schmierfinken“, wie sie im Polizeibericht vom Dienstag genannt werden, machten sich in der Zeit von Freitagnachmittag bis Montagmorgen an der Fassade der Schule in der Seminarstraße zu schaffen. Sie „verzierten“ das Gebäude mit Zahlen und Buchstaben und hinterließen einen Schaden von rund 500 Euro. Zeugen, die Hinweise zu den Tätern geben können, sollen sich unter Telefon (03685) 7780 bei der Polizei in Hildburghausen melden.

Bereits seit dem Ende des Mittelalters ist „Fink“ als vermeintlich schmutziger Vogel, der in Pferdekot pickt (Schmutz-, Dreck- und Mistfink), als Scheltwort und als Spottname für einen „unsoliden, ungeregelt lebenden Menschen“ belegt und wurde seit der Mitte des 16. Jahrhunderts unter anderem zur Bezeichnung für Landstreicher gebraucht. In der Schweiz bezeichnete man im 19. Jahrhundert „pfiffige, schlimme, lustige auch boshafte Menschen“ als „Fink“, und noch heute ist dort der „Fink“ gebräuchlich für einen Lumpen und Schuft. Das Verb „schmieren“ hat in dem Kompositum Schmierfink zwei eindeutig abwertend gemeinte Aspekte: Im Sinne des Moralisch-Sittlichen bezeichnet es einen unsittlichen und unmoralischen Menschen. Im Sinne des Schreibens wird damit ein unsauber schreibendes, sich selbst oder Gegenstände beschmutzendes Kind diffamiert. Hinzu tritt die Bezeichnung für Menschen, die öffentliche Gebäude oder Einrichtungen mit obszönen Parolen beschmieren.

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