Schmalympische Spiele Im Wasser zählt das Alter nicht

Carolina Horn

Studierende und Professoren der Fachhochschule Schmalkalden wetteiferten um Siegerlorbeeren bei den Schmalympischen Spielen 2023. Und der Spaß kommt auch nicht zu kurz.

 
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„Zieh durch! Gib Vollgas!“: so hallte es am Mittwoch über das Wasser im Freibad Schmalkalden. Im Becken zogen die Teilnehmenden der 18. Schmalympischen Spiele ihre Bahnen.

Geschwommen wurde im Einzel oder als Staffel. Bei ersterem mussten 100 Meter Freistil geschwommen werden, wobei das Kraulen als schnellste Schwimmart bevorzugt wurde. Siegerin der Damen Einzel wurde Sophia Kopf mit einer Zeit von 1:48,6 Minuten. Sie ist Studentin an der Hochschule und studiert Medizintechnik.

Neben den Schwimmwettkämpfen nahm sie am Dienstag beim Bowling teil. Außerdem stellte sie am Donnerstag ihr Können beim Frauenfußball unter Beweis. „Das sind meine letzten Schmalympischen Spiele“, sagt sie, mit einem wehmütigen Ausdruck im Gesicht. Auch vergangenes Jahr war Sophia bei den Sportwettkämpfen dabei gewesen. „Dieses Jahr sind aber viel mehr Studenten mit dabei, das macht wirklich Stimmung“ – und das hörte man auch.

Neben den Studenten nahmen auch Professoren an den Wettkämpfen teil. Robert Richert ist 58 Jahre alt und arbeitet an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. Für ihn gibt es kein „zu alt“. Er nahm sowohl am Einzel- als auch am Staffelschwimmen teil und bestritt danach den Triathlon. Im Einzelschwimmen platzierte er sich in einem Starterfeld voller Studenten als Dritter mit einer Zeit von 1:17,06 Minuten, was für ihn als Raucher eine hervorragende Leistung ist. Danach ging es weiter mit der Staffel. Dabei müssen abwechselnd vier Leute je 50 Meter Freistil schwimmen. Diese vier Leute finden sich selbst zusammen.

Die Staffeln bestanden aus Studierenden, Mitarbeitern und Professoren der Hochschule Schmalkalden. Fünf Teams gingen an den Start, doch mit mehr als zehn Sekunden Vorsprung gewann „Tsunami“, bestehend aus Robert Richert, einem venezolanischem Studenten, Sven Müller-Grune, der an der Hochschule für die Fakultät für Wirtschaftsrecht tätig ist, sowie dem früheren Wirtschaftsrechtsstudenten Kay Goßsmann, der inzwischen Bürgermeister von Brotterode-Trusetal ist. Mit einer Zeit von 2:19,3 Minuten setzten sie sich an die Spitze und verteidigten diese Position bis zum Schluss.

Nach den Schwimmwettkämpfen startete der Triathlon. Abseits des Beckens tummelten sich Studierende, die zum Anfeuern gekommen waren. Sie hatten als Motivation Megafone, Rasseln und Poster dabei.

Das Schwimmbad hatte für die Wettkämpfe zwei der drei 50-Meter-Bahnen gesperrt. Auf der dritten Bahn war die Frühschwimmergemeinde, vor allem Senioren, unterwegs. Die drei 25-Meter-Bahnen, die Sprungtürme sowie die Rutsche und das Kinderbecken konnten wie gewohnt genutzt werden. Eine Schulklasse nutzte die Kurzbahn für den Schwimmunterricht.

Die Kinder beobachteten, wie schnell die Hochschulschwimmer waren, wie sie schwammen, wie gut sie ihre Kräfte einteilten. Es waren jedoch längst nicht nur Topathleten, im Rennen. Auch ganz normale Schwimmerinnen und Schwimmer aus Ländern, wo längst nicht jeder schwimmen kann. Auch die anderen Schwimmbadbesucher sahen den Wettkämpfen gespannt zu. Die von Müller-Grune in Freibad gelotste Thüringer Finanzministerin Heike Taubert tauchte zwar inkognito in der Studentenschar unter, wurde jedoch von den Rentnern sofort identifiziert.

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