Schmalkalder Mundart „Kollerläch“ und „kreinseröm dapp“

Von Bärbel Bierstädt

Mundartliche Begriffe wurden in dieser Serie, die wir in mehreren Teilen veröffentlichen, zusammengetragen. Die Wörter sind in alphabetischer Reihenfolge angeordnet, die Liste beruht jedoch nicht auf Vollständigkeit.

Kopfkissenbezüge, meist mit Spitze und Rüschen verziert, manche davon mit den Initialen des Geburtsnamens der Husfrau bestickt, wurden Kössezüch genannt und zählten zu deren „Stolz“, nach dem Motto „Je minner, desto bässer“. (Je mehr man davon besitzt, umso besser ist das für den Hausstand) Foto:  

Schmalkalden - Kaamb/Kamm; Kaanebeeh/ Sofa mit hoch gepolsterten Seitenlehnen; Kääs/ Käse; Kääslooch/ Dippach; Kaduffel/ Kartoffeln; Kaduffelsalat/ Kartoffelsalat; Kaduffelschibbel/ Kartoffelscheiben zum Rösten und Braten, bzw. gekocht für Salat; Kaffemülln/ Kaffeemühle; Kärzestänner/ Kerzenständer; Kehr/ Eichelhäher; Kalenner/ Kalender; Kaserolln/ flacher Topf aus Eisen; käjf/ etwas kaufen; Kerche/ Kirche; Kercheöberschte/ Kirchenvorstandsmitglieder; Kicher/ leichter Husten; klamüser/ klamüsern; etwas zusammen bösseln (basteln), Kleingeld zusammensuchen; alles zusammensuchen, was von einer Sorte bzw. für eine bestimmte Sache an Kleinteilen benötigt wird; klenner Unötich/ ein Kind, dass zwar noch zu nichts nütze ist, das man aber sehr lieb hat; klö/ klagen; Knärzer/ barmender, jammernder Mensch; knärzen/ jammern, wehleidig sein; knöch/ drängeln, bitteln und betteln, nicht Ruhe gebend wegen einer Bitte; Knöcher/ männliche Person, die unerbittlich auf eine Sache drängt; Knöchere/ weibliche Person, die um eine Angelegenheit/ Sache bittet und deshalb keine Ruhe gibt; Knübel/ verhärtete Erhebung an Hand- und Fingerknochen ebenso an Füßen, Gelenken etc. in Folge Gicht, Rheuma usw.; Knüstle (Einz.)/Knüsterle (Mehrz.)/ Endstücke eines Brotlaibes; Koarpfe/ Karpfen; Koller läch/ zu gut deutsch Lachen bis der Arzt kommt; nicht aufhörendes, lautes Gelächter; Kolln/ Kohlen; Kollnkaaste/ Kohlenkasten; kollnschwoarz/ kohlrabenschwarz; Kommer/ Kammer, der Begriff fand im Wohnbereich Anwendung für Schlaf- und Gästezimmer, auch Speisekammer; Kotzer/ schwerer, harter Husten ; Kösse/ Kissen; Kötze/ aus Weide geflochtener Tragekorb, der auf dem Rücken mittels zwei Riemen über die Schultern getragen wurde; Der Ausdruck Kötze ist auch sprichwörtlich verwandt worden. So zum Beispiel „Ich hon de Kötze vool“. (Ich habe viel zu viel gegessen; einen übervollen Bauch.) Kräumbel/ Krümel von Brotresten, Kuchen etc., jedoch auch handgefertigte Kreumbel, zum Beispiel aus Mehl, Ei und Salz für Mellich-Suoppe (Milch-Suppe); kreinseröm/ im Kreis herum, wie zum Beispiel „kreinseröm dapp“ (rund um die Stadt bzw. das Wohnviertel laufen); Kriesch/ hellauf lachend, unverhofft laut lachen; Kroatzbeer-Gelee/ Brombeermarmelade;

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(wird fortgesetzt)