Es war im Frühjahr 1990, als ganz Ostdeutschland nach der friedlichen Revolution begann, sich neu zu ordnen. Der Autor dieser Zeilen hatte seinen ersten großen Termin als Jungjournalist für die Thüringische Landeszeitung – und das gleich an der Ingenieurschule Schmalkalden. Dort ging es um den Fortbestand der Einrichtung. Der Direktor hatte eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Kapazitäten, auch aus dem Westen eingeladen, um für eine Umwandlung in eine Hochschule zu werben. Mit der Bezirksstadt Suhl, die ihre Offiziersschule in eine zivile Hochschule umwandeln wollte, war da ein starker Konkurrent. Doch deren Vertreter gaben sich recht schnell gegen die Schmalkalder Tradition, die akademische Streitmacht mit ihrem geballten Wissen und dem couragierten Vorkämpfer Norbert Krah geschlagen. Die Ingenieurschule Schmalkalden wurde einige Zeit später Fachhochschule und ihr Direktor Krah schließlich Professor.