Wernshausen - Die Henkersmahlzeit musste sein. Auch, wenn Franz Storandt gar keine Blutwurst mag. Zwei Eimer "stinkendes" Werrawasser über den Kopf gekippt zu bekommen, war auch nicht unbedingt angenehm. Aber - da musste der 17-Jährige durch. Immerhin wollte er unbedingt Mitglied im Flößerverein "Mittlere Werra" Wernshausen werden. Und ohne Taufe geht das nun mal nicht. Noch vor Jahren fiel die Taufe nicht ganz so nass aus. Damals reichte ein Bierkrug Werrawasser. Heute muss ein Jaucheschöpfer her. "Werrawasser ist schließlich gesund", scherzte Vereinsvorsitzender André Siegmund und knöpfte das Hemd von Franz Storandt auf. Zuerst kam die Ladung Wasser von hinten, dann kopfüber und schließlich von vorn. "Möchte noch jemand Flößer werden? Das ist ein einmaliges Angebot - Wasser haben wir noch genug", rief Siegmund in die Runde. Warum traute sich bloß keiner? Auf das Floß aber wollten sehr viele. Glücklicherweise hatten die Wernshäuser Hobbyflößer gleich zwei mitgebracht.
Schmalkalden Werrawasser und Blutwurst
Von Annett Recknagel 06.07.2014 - 00:00 Uhr