Schmalkalden - Das dreigeschossige Fachwerkhaus bot bisher 20 Asylbewerbern in Schmalkalden ein Dach über dem Kopf. Die sechs Männer aus Eritrea wohnen inzwischen in Breitungen, die fünf- beziehungsweise neunköpfigen Familien aus Mazedonien und dem Kosovo im einstigen Lehrlingswohnheim an der Zwick. Der vom Landkreis veranlasste Umzug war notwendig geworden, weil das Haus am Schlossküchenweg saniert werden muss. Die Wohnungsbau GmbH als Eigentümerin spricht von einem Wasserschaden. Im Badezimmer des dritten Obergeschosses sei über einen längeren Zeitraum Wasser durch den Fußboden in die Fachwerkbalken gesickert und habe sich in den Wänden verteilt, sagt Geschäftsführer Stefan Barwinek. Vermutlich beim Duschen. Er widerspricht aber Gerüchten, die Bewohner hätten den Schaden leichtfertig und mutwillig herbeigeführt. Dass sich die Asylbewerber mit bestimmten Gepflogenheiten nicht auskennen, könne man ihnen nicht zum Vorwurf machen, zeigt Barwinek Verständnis. Sie würden ja auch nicht eingewiesen oder angeleitet. Bei seinen Besuchen im Haus sei im Großen und Ganzen alles in Ordnung gewesen, sagt der Geschäftsführer. "Jeder hat andere Ansprüche und Vorstellungen von einem Zuhause", kennt er auch andere Meinungen. Bis Mitte Januar soll das Gebäude saniert werden. Die Wohnungsbau GmbH rechnet mit Kosten in Höhe von etwa 40 000 Euro.