Schmalkalden Tierschutz seit drei Jahrzehnten

Annett Recknagel

Seit 30 Jahren gibt es den Tierschutzverein in Schmalkalden. Am Samstag wurde mit vielen Gästen gefeiert.

Die blaue 30 war für Edda Adolf und Detlef Karl an den beiden Toren angebracht worden: Beide sind 1992 in den Tierschutzverein Schmalkalden eingetreten und sind bis heute aktiv dabei. Edda Adolf leitete die Tierauffangstation bis 2018. „Alles begann mit einer ABM-Stelle, die nur für ein Vierteljahr bewilligt war“, erinnerte sie sich noch gut. Im Dach des alten Arbeitsamtes bezog Edda Adolf damals ihr Büro. Dank einer Unterschriftenaktion wurde die Stelle auf ein Jahr verlängert.

Anfangs betreute Edda Adolf fünf Katzen zu Hause, baute gar den Keller aus, um Igel aufnehmen zu können. In der Brackstraße gab es mit Frau Voigt eine weitere Katzenliebhaberin, die die Samtpfoten bei sich aufnahm. Wobei beide Varianten keine Dauerlösungen waren und man sich freute, die zwei Gebäude und das Büro im Eichelbach zur Verfügung gestellt zu bekommen. In diesen Räumlichkeiten des einstigen Rates des Kreises waren Pflanzenversuche durchgeführt worden.

Im Mai 1995 zogen die Tierschützer ein und waren froh, alle Tiere so gut wie möglich unterbringen zu können. Sämtliche Umgestaltungen – und das waren etliche – wurden über Spenden finanziert. Ein sehr großes Bauvorhaben waren die beiden Dachneueindeckungen des Katzenhauses und des Büros. Edda Adolfs ganzer Stolz war das neue Wäschehaus. Ebenso änderte das Außengelände sein Gesicht. Bemalungen erfolgten. Jüngst hat Niklas König eine neue fertig gestellt. „Es gab in all der Zeit immer eine immense Spendenbereitschaft von Privatleuten, Unternehmen, Schulklassen und Institutionen“, lobte Adolf und fügte hinzu: „Das war schon immer sehr berührend.“

Ihre Nachfolgerin Christel Schumann ist ihr sehr dankbar für den Aufbau der Tierauffangstation. Immerhin seien in den drei Jahrzehnten mehr als 10 000 Tier hier „durchgewandert“. Katzen, Hunde und Kleintiere. Etliche Hunde seien zu den Besitzern zurückgegangen. Edda Adolf hatte auch viele Hunde über Jahre begleitet. Waltraud Heise kümmerte sich damals rührend um die Schwäne. Hannelore Lesser betreute die Igel. Die Liebe zum Tier ist allen 80 Vereinsmitgliedern eigen. „Für unsere Freigängerkatzen versuchen wir die Bedingungen so artgerecht wie möglich zu gestalten“, erklärte Christel Schumann.

Die Besucher hatten die Möglichkeit, sich davon zu überzeugen und einen Blick ins Katzenhaus zu werfen. Auch erfuhren sie, wie man Tiere besser nicht halten sollte. Das A und O derzeit sei die Öffentlichkeitsarbeit. Zum Jubiläum hatte sie im Vorfeld sehr gut funktioniert, denn am Samstag herrschte ein reges Kommen und Gehen – trotz zwischenzeitlicher Nässe von oben. Denn eigentlich feierte man ja den 30. Vereinsgeburtstag.

Der Tierschutzverein war 1990 von Herbert Frübing gegründet worden. Durch Corona konnte das Jubiläum nicht 2020 gefeiert werden. Die nachgeholte Feier passte daher bestens zum Jubiläum von Edda Adolf und Detlef Karl. Die Stimmung war super. Bürgermeister Thomas Kaminski brachte 100 Euro mit, Landrätin Peggy Greiser 200 Euro. Jan Röper und Leon Hilpert umrahmten die Veranstaltung musikalisch und unentgeltlich. Danny Stein vom Gelbfieber-Verein aus Breitungen verteilte Zuckerwatte und andere Süßigkeiten. Zudem gab es Kaffee, Kuchen und Bratwürste, die Thüringer Landstolz zum Nulltarif zur Verfügung gestellt hatte. Die Vereinsmitglieder luden die kleinen Gäste zum Basteln ein. Auch einen Schminktisch und einen Flohmarkt gab es. Die Familie Scharfenberg aus Breitungen hatte nicht nur die Bierzeltgarnituren und das Partyzelt gesponsert, sondern auch die Hüpfburg. Der neu gegründete Hundeverein F.AS.TI machte auf sich aufmerksam.

„Wir möchten uns bei allen bedanken, insbesondere bei unseren Sponsoren“, sagte Christel Schumann und freute sich über diese gelungene Veranstaltung. Aktuell sind in der Tierauffangstation im Eichelbach 38 Katzen, sieben Hunde, acht Kaninchen, Igel, Wildvögel und Schildkröten untergebracht. Derzeit versucht man, ein fünf tage altes kleines Katzenbaby, das im Straßengraben lag, durchzubringen. „Wir versorgen es rund um die Uhr – das alles hier geht nur mit Herzblut und ist für uns Berufung“, so Christel Schumann.

 

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