Schmalkalden Promis lesen Spukgeschichten

Annett Recknagel

Zum Welttag des Buches war in der Martin-Luther-Schule Zuhören und Lesen angesagt. Gleich fünf prominente Personen lasen in den Klassen.

Dekan Ralf Gebauer las bei den Füchsen. Foto: Annett Recknagel

Au Mann, das blitzte. Außerdem piepsten immerzu Handys. Und laut war es auch. Vincent bekam beinahe Angst. Obwohl sich ein Gespenst eigentlich nicht fürchten durfte. Erschrocken aber war Vincent schon, als plötzlich ein echtes Schlossgespenst vor ihm stand. Und noch mehr: Anton, das richtige Schlossgespenst, teilte dem Kleinen mit, dass es auf dem Klo übernachten wollte. Auch das noch! Aber wer konnte schon ahnen, dass das kuschelige Plätzchen, das sich Vincent ausgesucht hatte, ein Schrankklo war. Was ist das überhaupt? „Das war damals modern, als der Graf noch hier wohnte“, erklärte Anton.

Nach der Werbung weiterlesen

Wer liest, weiß mehr. So viel steht fest. Und die Martin-Luther-Schüler lieben es, Bücher zu lesen. Deshalb wurde am gestrigen Welttag des Buches auch ein großes Lesefest gefeiert. Zunächst kamen Promis an die Reihe. Das sind solche Menschen, an denen man in Schmalkalden nicht vorbei kommt. Bürgermeister Thomas Kaminski zum Beispiel. Oder Dekan Ralf Gebauer. Oder der Direktor von Schloss Wilhelmsburg Kai Lehmann. Alle drei hatten sich ein Buch ausgesucht. Nämlich – „Das kleine Gespenst Vincent entdeckt Thüringen“ von Anja Tettenborn. Natürlich konnte das Trio nur Auszüge vorlesen. Aber genau die machten große Lust aufs Selberlesen. Dekan Ralf Gebauer las bei den Füchsen, Bürgermeister Thomas Kaminski hatte die Tiger gewählt. Kai Lehmann entschied sich, vor Erdmännchen und Pinguinen zu lesen. Hier wie dort verfolgten die Kinder die Geschichte von Vincent sehr diszipliniert.

Bei den Eulen war Doris Wilhelm von der Polizeiinspektion in Bad Salzungen zu Gast. Die Polizeihauptkommissarin las aus „Jule geht nicht mit Fremden mit“, einem Kinderbuch von Anna Wagenhoff.

Die Leiterin der Heinrich-Heine-Bibliothek, Bianka Reckenbeil, schließlich hatte Lena Hachs „Spuk im Kiosk“ und obendrein Autogrammkarten der Autorin mitgebracht. Sie las bei Koalas und Pinguinen.

Nachdem die Vorlesestunde vorüber war, kamen die Mädchen und Jungen an die Reihe. Wer sich traute, bekam die Chance, seinen Mitschülern etwas vorzulesen. Am Ende wurden die Lesekönige gekrönt.

Und auch eine Büchertauschbörse hatte die Schule organisiert. Wer ein Buch doppelt hatte oder eines, das er nicht unbedingt interessant findet, durfte das in die Schule mitbringen und gegen ein anderes tauschen. So stand der gesamte Tag im Zeichen von Buchstaben.

Der erste Welttag des Buches wurde am 23. April 1995, also vor genau 30 Jahren, von der Unesco als Aktionstag für das Lesen, für Bücher, für die Kultur des geschriebenen Wortes und auch für die Rechte der Autoren, eingerichtet.