Schmalkalden Preise für hervorragende Gründer

Annett Recknagel

26 Start-ups präsentierten ihre Unternehmen zum Gründungsideenwettbewerb in der Viba Nougat-Welt. Zwei Jungunternehmer aus Schmalkalden erhielten erste Preise.

Die Preisträger des Wettbewerbes in der Kategorie „Freiberufliche Dienstleistungen“ mit GFE-Geschäftsführer Martin Voigt und Projektmanagerin Constanze Koch: Charlotte Margraf (Mitte) überzeugte mit dem Konzept von „The Inside Work“ (Schmalkalden) und holte sich den ersten Platz. Rang zwei ging an Jenny Kirchner von „Sichtwerk“ (2.v.r.) aus Suhl. Dritte wurde Sonja Lehmann mit Nachfolgebegleitung für Familienunternehmen Foto: Annett Recknagel

Kreative Köpfe gibt es in Südwest- und Ostthüringen sehr viele. Das hatte der Gründungsideenwettbewerb 2026, für den die Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung e.V. (GFE) ab diesem Jahr die Trägerschaft übernommen hat, bewiesen. Insgesamt 32 Gründer aus Südwestthüringen stellten in der vorigen Woche in der Viba Nougat-Welt ihre 26 Start-ups in zwei Kategorien vor.

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Erfahrene Fachjuroren bewerten die fünfminütigen Präsentationen in den Kategorien „Technische Gründungen“ und „Freiberufliche Dienstleistungen“. Der Wettbewerb wird vom Thüringer Zentrum für Existenzgründung und Unternehmertum (ThEx) ausgelobt. Die Teilnehmer erhalten nicht nur ein professionelles Feedback, sondern profitieren vom Zugang zu einem starken regionalen Wirtschaftsnetzwerk.

Alle Teilnehmenden wurden von Projektmanagerin Constanze Koch gecoacht. Seit der Ausschreibung des Wettbewerbes ist ein halbes Jahr vergangen. Die Teilnehmer hatten also genügend Zeit, ihre Ideenpapiere einzureichen.

Alle können voneinander profitieren

Anwesend waren nicht nur Gründer aus dem Schmalkalder Raum und von der Hochschule, sondern auch Existenzgründer von der Technischen Universität Ilmenau und aus der gesamten Region. „Die Veranstaltung ist nicht nur ein Wettbewerb. Natürlich ist es schön, einen Preis zu gewinnen. Insgesamt aber profitieren alle Anwesenden voneinander“, sagte Joanna Izdebski, Projektmanagerin der GFE. Es komme darauf an, voneinander zu lernen, Kontakte und Netzwerke zu knüpfen.

In den beiden Wettbewerbsregionen Südwest- und Ostthüringen nahmen 2026 insgesamt 77 Teilnehmer mit 50 Gründungsideen teil und hatten allesamt das Potenzial fürs Siegerpodest. „Das ist mehr als ein Achtungszeichen, weil die Gründer und Gründerteams durchweg marktfähige Geschäftsideen mit Zukunftspotential einreichten“, bemerkte Projektmanagerin Constanze Koch.

Bei den „Technischen Gründungen“ ging der erste Preis an Uwode Ovie mit Ovomeet. Rang zwei holte sich die OnSpectra GmbH aus Luisenthal, Dritte wurde Nina Fischer mit „CalmiBand“. Hier gab es mit der Firma BIM Textil-Service aus Gerstungen einen Sponsor. Martina Bode übergab die Preise. Foto: Annett Recknagel

Das Spektrum der Gründungen war breit gefächert. René Fischer und Nicklas Taja aus Erfurt präsentierten mit „Liquid2Energy“ ein wasseraktiviertes Energiesystem, das ohne Batterien, Treibstoff oder Ladeinfrastruktur sofort einsatzbereite Notfallenergie erzeugt. Franziska Reich aus Meiningen stellte ihre „HappyWomen Company“ vor, bei der es unter anderem um mehr Selbstvertrauen im Umgang mit Geld sowie ums Sparen und Investieren geht. Sven Fießer, Tobias Schnabel, Daniel Martschoke von der OnSpectra GmbH aus Luisenthal präsentierten Spektralsensoren, die für die lückenlose Online-Überwachung von Trinkwasser, Stauseen und Abwasser eingesetzt werden.

Aafreen Ramani von der Hochschule in Schmalkalden war mit ihrem Projekt „Mieto“ vertreten. Dahinter verbirgt sich eine App, über die man Kleidung, Waren des täglichen Bedarfs und vieles andere mieten kann. Die Idee dahinter: Studenten sind meist knapp bei Kasse und können Dinge, die sie brauchen, auf diese Weise bequem ausleihen.

Susan Henning präsentierte ihre Praxis für Körperpsychotherapie in Meiningen. Das waren nur einige Beispiele von insgesamt 26 vorgestellten Geschäftsideen. Die Jury musste in beiden Kategorien genau abwägen und entschied sich am Ende für je drei Preisträger.

Mit 500 Euro dotiert

Die ersten Preise waren mit jeweils 500 Euro dotiert. Darüber freuten sich in der Kategorie „Freiberufliche Dienstleistungen“ die Schmalkalderin Charlotte Margraf. Sie hatte die Jury mit ihrem Konzept von „The Inside Work“ überzeugt. „Für mich war der Gründungswettbewerb vor allem eine wertvolle Möglichkeit mein Herzensprojekt sichtbar zu machen und mit anderen zu teilen“, sagte sie nach ihrer Präsentation. Sie sei mit der Haltung angetreten, dass sie wisse, was sie könne. Es sei ein großer Erfolg gewesen, diese Bühne nutzen zu können. Am Ende sei die Freude über den ersten Platz natürlich doppelt so groß gewesen.

Bei den „Technischen Gründungen“ ging der erste Preis an Uwode Ovie von der Hochschule in Schmalkalden mit Ovimeet. Über zweite Plätze freuten sich Jenny Kirchner von „Sichtwerk“ aus Suhl („Freiberufliche Dienstleistungen“) und die OnSpectra GmbH („Technische Gründer“). Rang drei schließlich ging an Sonja Lehmann („Freiberufliche Dienstleistungen“) mit Nachfolgebegleitung für Familienunternehmen und bei den „Technischen Gründungen“ an Nina Fischer mit „CalmiBand“, ein profiladaptives tragbares Assistenzsystem.

Im technischen Bereich war Martina Bode von der Sponsor-Firma BIM Textil-Service GmbH in Gerstungen anwesend, die die Preise gemeinsam mit GFE-Geschäftsführer Martin Voigt überreichte. Alle Teilnehmer bekamen Urkunden.

Wiederholt werden soll die Veranstaltung ganz ohne Wettbewerbscharakter im Herbst. Dann werden die Gründer ihre Ideen voreinander präsentieren, um so gezielt voneinander zu lernen. Zudem werden alle Teilnehmer zum ThEx Award 2026 vorgeschlagen.

GFE-Geschäftsführer Martin Voigt sprach von einer gelungenen Veranstaltung mit äußerst bemerkenswerten Vorträgen. Der Gründungsideenwettbewerb setzt seit Jahren ein starkes Signal für die regionale Wirtschaft, stellte er heraus. Die Erfahrungen zeigten: Über 80 Prozent der Teilnehmenden gründen ihr Unternehmen auf Grundlage des eingereichten und anschließend zum Businessplan weiterentwickelten Ideenpapiers. Viele Gründer bestätigten, dass der Wettbewerb für sie ein Sprungbrett in die Selbständigkeit war.