Ob und wo dann ein Windrad gebaut werde, hänge davon ab, ob es Investoren gebe. Diese müssten ihr Projekt dann vom Landratsamt genehmigen lassen. Entspreche es den gesetzlichen Bestimmungen, könnte dieses kaum abgelehnt werden bzw. eine Ablehnung vor Gericht gehen. Man habe als RPG oder Kommune dann „kein Steuerungselement mehr“. Ein Investor baue in Absprache mit dem Eigentümer so hoch und so viele Windräder, wie es für ihn am wirtschaftlichsten sei. Und es gebe Leute, die nur darauf spekulierten, dass die Gebiete nicht von der RPG ausgewiesen werden, sagte Kaminski. Privatwaldeigentümer, die dann in ihrem Wald Flächen an Investoren verpachten. Anfragen dafür habe er vorliegen. Für das mögliche W 15 habe er zurzeit keine, für W 16 im Moment eine auf dem Tisch. „Hierfür gab es vor sieben Jahren auch schon mal vier Interessenten“, beantwortete der Bürgermeister eine Anfrage von Stadträtin Annette Simon.
„Nur die Wahl zwischen Pest und Cholera“: Kontroverse um Windkraft
„Wenn ich das so höre, haben wir nur die Wahl zwischen Pest und Cholera“, kommentierte Johanna Coburger aus Wernshausen die Ausführungen Kaminskis und die Diskussion. Eine andere Besucherin meinte am Ende der bis dahin vorwiegend sachlich gelaufenen Diskussion, in der sich etwa 15 Bürgerinnen und Bürger zu Wort gemeldet hatten, zu Thomas Kaminski, dass sie sehe, „dass Sie sich damit schon abgefunden haben und Sie nicht für den Thüringer Wald sind!“ Dieser entgegnete, dass man ihm vieles vorwerfen könne. Aber nicht das. Er habe auch als Bürgermeister sehr viel für den Wald getan, gehe selbst viel wandern. Doch man könne sich gegen diese Entwicklung nicht wehren. Die Dame sagte, alle sollten gemeinsam dagegen kämpfen. Kaminski meinte, dass ein Kampf, bei dem man von Anfang an wisse, dass man verliere, nichts helfe. Das habe man beim Südlink gesehen. Die Gefahr für den Thüringer Wald sei „viel größer, wenn wir die Entscheidung nicht treffen“, entgegnete er. „Dann öffnen wir Tür und Tor für eine Bebauung – auch am Rennsteig.“
Die Präsentation und der Entwurf des Regionalplans sind auf der Homepage der Stadt Schmalkalden abrufbar.