Schmalkalden Noch freie Plätze im neuen Kurs für Hospizbegleiter

Der Ambulante Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst Schmalkalden bildet ab Juni wieder ehrenamtliche Hospizbegleiter aus. Was erwartet Interessierte in der „Lebensschule“?

Im Qualifizierungskurs werden ehrenamtliche Hospizbegleiter auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Foto: ascha Willms

Wenn das Leben sich dem Ende neigt, zählen oft nicht große Worte, sondern kleine Gesten: ein Gespräch, ein stilles Dasein, eine gehaltene Hand. Genau das leisten ehrenamtliche Hospizbegleiter – Menschen, die anderen in ihrer letzten Lebensphase zur Seite stehen. Der Ambulante Hospiz- und Palliativ-Beraungsdienst Schmalkalden sucht derzeit neue Interessierte, die bereit sind, diese besondere Aufgabe zu übernehmen und sich dafür qualifizieren zu lassen.

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Die Nachfrage nach hospizlicher Begleitung ist hoch, sagen die beiden Koordinatorinnen Theresa Grobe und Saskia Matties. Immer mehr schwerstkranke Menschen wünschen sich, ihre letzte Zeit in vertrauter Umgebung zu verbringen – zu Hause, im Kreis der Familie. Hier unterstützen Hospizbegleiter. Sie hören zu, entlasten Angehörige und schenken vor allem eines – Zeit. Ihr Einsatz ist kostenfrei und unabhängig von Herkunft oder Religion, doch für die Betroffenen oft von unschätzbarem Wert.

Zeitschenker gesucht

Dass diese Arbeit nicht nur fordert, sondern auch bereichert, bestätigen viele Ehrenamtliche. Mehr als 50 Ehrenamtliche, vorwiegend Frauen, sind in und um Schmalkalden im Einsatz. „Ich habe gemerkt, dass mich diese Aufgabe ausfüllt“, beschreibt eine Begleiterin ihre Erfahrungen. Oft seien es die kleinen Momente, die Kraft geben – ein Lächeln, ein dankbarer Blick oder einfach das Gefühl, gebraucht zu werden.

Auch andere berichten von tiefgehenden Erlebnissen: Eine Hospizbegleiterin erinnert sich daran, wie sie einfach am Bett eines Sterbenden saß und seine Hand hielt. Für sie war es ein prägender Moment – still, intensiv und zugleich erfüllend.

Diese Erfahrungen zeigen: Hospizarbeit ist weit mehr als ein Ehrenamt. Sie ist Begegnung, Menschlichkeit und oft auch ein persönlicher Lernprozess. Viele Ehrenamtliche berichten, dass sie durch die Begleitung einen neuen Blick auf das Leben gewinnen – bewusster, dankbarer und näher am Wesentlichen.

Vorbereitung in der „Lebensschule“

Um Interessierte gut auf diese Aufgabe vorzubereiten, bietet der Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst regelmäßig Qualifizierungskurse an – „Lebensschule“ nennen das liebevoll die beiden Koordinatorinnen. Dort setzen sich die Teilnehmenden nicht nur mit medizinischen und psychosozialen Grundlagen auseinander, sondern auch mit eigenen Fragen zu Leben, Sterben und Abschied. Praktische Erfahrungen, Austausch in der Gruppe und begleitende Gespräche gehören ebenso dazu.

Ein neuer Kurs startet am Montag, 29. Juni, 17 Uhr, in der Beratungsstelle Schmalkalden, Auer Gasse 20. Gesucht werden Menschen mit Einfühlungsvermögen, Offenheit und der Bereitschaft, anderen beizustehen – ganz ohne besondere Vorkenntnisse.

Wer sich für diesen Weg entscheidet, wird Teil einer Gemeinschaft, die von Nähe, Wärme und gegenseitiger Unterstützung geprägt ist. Oder, wie es Theresa Grobe und Saskia Matties treffend formulieren: Es sind Menschen mit „Herzenswärme und Engagement“, die dem Hospizdienst Leben und Würde geben.

Interessierte können sich in einem persönlichen Gespräch informieren und anmelden: Büro und Begegnungsstätte Auer Gase 20, 98574 Schmalkalden, Telefon 03683/4694457, E-Mail: hospiz.dw.schmalkalden@ekkw.de.