Schmalkalden - Der Brotterode-Trusetaler Kay Goßmann wird am 8. Juni zu einer Gläubigerversammlung reisen und versuchen zu retten, was zu retten ist. Es geht um die Greensill Bank, mit Niederlassung in Bremen, die unter anderem Stahlgeschäfte finanziert hatte und Pleite gegangen ist. Und Brotterode-Trusetal hatte bei dem verglühenden Geldhaus eine Anlage von 500 000 Euro, die wahrscheinlich dahingeschmolzen ist. „Ich ärgere mich sehr darüber“, sagt der Bürgermeister. „Wir wollten doch einfach nur Negativzinsen vermeiden. Nichts gewinnen und nichts verlieren, bei 0,00 Euro Zinsen.“ Ein Schreiben des Thüringer Innenministeriums vom Oktober 2017 hatte die Kommunen zwar darauf hingewiesen, dass Einlagen bei Privatbanken nach Wegfall der Einlagensicherung für Kommunen zwar unsicherer geworden seien. Aber auch nicht spekulativ. Einlagen bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken seien sicherer, aber eben nicht völlig sicher. Die Gemeinde Floh-Seligenthal hat sich am Leitfaden orientiert und setzt voll auf Risikominimierung. Das Geld wird dort geparkt, wo das Garantieversprechen am deutlichsten ist. „Bei Rhön-Rennsteig-Sparkasse und VR-Bank“, betont Bürgermeister Ralf Holland-Nell. „Jenen Instituten also, die auch bei uns tätig sind und Filialen unterhalten.“