Die Stadt Kempten im Allgäu besaß seit dem 14. Jahrhundert die Privilegien einer freien Reichsstadt. Die vollständige Unabhängigkeit vom Fürststift Kempten erhielt die Stadt aber erst durch den Bauernkrieg. Der Fürstabt des Fürststifts Kempten musste aus seiner von den aufständischen Bauern belagerten Residenz der Burg Liebenthann fliehen. Er suchte Asyl in der Stadt Kempten. Die Stadtverantwortlichen nutzten diese für den Fürstabt missliche Lage aus. Sie nötigten ihm einen Vertrag ab, mit dem er für 30 000 Gulden seine verbliebenen herrschaftlichen Rechte der Stadt verkaufte. Der Vertrag wird später von Kaiser und Papst bestätigt und erhielt somit Rechtskraft. Dieser als der „Große Kauf“ in die Geschichte eingegangene Vorgang sicherte Kempten endgültig den Status der freien Reichsstadt.