Schmalkalden Nachruf: Loyal, kompetent, geschätzt

Die langjährige Verwaltungsmitarbeiterin Regina Lochner starb nach kurzer schwerer Krankheit.

Regina Lochner ist am 12. Mai verstorben. Foto: privat

Anfang April hatte ihr ehemaliger Chef, der Schmalkalder Bürgermeister Thomas Kaminski, noch kurz mit Regina Lochner gesprochen, die sich zum Tag der offenen Tür die neuen Räume der Lokalredaktion ihrer Heimatzeitung am Altmarkt angeschaut hatte. Dass sie nur noch wenige Wochen hatte, habe man ihr nicht angemerkt, sagen er und alle, die sie an diesem Tag erlebten. Deshalb sei er „sehr erschrocken“, als er die Nachricht erfuhr, dass Regina Lochner nur wenige Tage nach ihrem 72. Geburtstag am 12. Mai verstorben ist.

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Die Ehefrau, Mutter und Oma war in ihrem Wohnort Wernshausen in der Wendezeit zu einer wichtigen Ansprechpartnerin für Bürgerinnen und Bürger geworden. Dabei stand Regina Lochner nicht gerne in der ersten Reihe.

Sie leitete im Hintergrund als Hauptamtsleiterin seit Juni 1990 die Verwaltung und wurde zur rechten und linken Hand des Wernshäuser Bürgermeisters Rainer Stoffel. Mit ihm bereitete sie den Zusammenschluss mit der Stadt Schmalkalden vor, half auch danach „Wunden, die im Zuge des Zusammengehens aufrissen, zu heilen“, zollt Thomas Kaminski der Verstorbenen großen Respekt. Er habe Regina Lochner „sehr geschätzt“, ihre loyale, freundliche, verbindliche Art.

Als sie im Dezember 2008 vom Rathaus Wernshausen ins Rathaus Schmalkalden wechselte, war Regina Lochner zunächst für die Ortsteile zuständig. „Diese Aufgabe erfüllte sie in so einer hohen Qualität, dass die Ortsteilbürgermeister bis heute mit Hochachtung davon sprechen“, weiß Kaminski. Sie habe dieser Arbeit „ihren Stempel aufgedrückt“.

2014 wurde sie als Leiterin ins Ordnungsamt berufen, blieb aber weiterhin auch für die Ortsteile zuständig. Im Ordnungsamt habe sie eine neue Philosophie eingebracht: Die Aufgaben immer von beiden Seiten – der des Amtes und der des Bürgers – betrachtet.

Regina Lochner habe sich die Frage gestellt, wie nimmt der Bürger etwas wahr, das die Verwaltung vorgibt. Kaminski nennt ein Beispiel: Die Bescheide für Bürger, die ihrer Pflicht zur Straßenreinigung nicht nachgekommen waren, habe sie komplett umgearbeitet. Aus amtlichen Forderungen, in denen auf die Gesetze verwiesen wurde, machte Regina Lochner ein Motivationsschreiben, mit dem Hinweis, dass doch alle Einwohner an sauberen Straßen und Wegen interessiert seien und verband dies mit der Bitte, doch künftig die Straßen besser zu reinigen. Genau so verfuhr sie später mit der Räumpflicht im Winter. Zum 1. Januar 2019 wurde sie pensioniert.

„Der Ton macht die Musik“ sei Regina Lochners Devise gewesen. „Das hat sie gelebt“, sagt Thomas Kaminski. Und so habe sie sich bei allen Kolleginnen und Kollegen ihren ausgesprochen guten Ruf erarbeitet. Unter anderem auch bei der Werraenergie GmbH/Kommunalbeteiligungsgesellschaft, bei der sie als langjährige „kompetente und engagierte Geschäftsführerin in Erinnerung“ bleiben wird und für die sie noch bis vor wenigen Monaten tätig war.

„Für Wernshausen und die Stadtgesellschaft Schmalkalden ist der Tod von Regina Lochner ein großer Verlust. Nicht nur als geschätzte Kollegin, sondern vor allem als Mensch “, betont der Bürgermeister. Die Verwaltung trauert mit ihrer Familie.