Hotspot Schmalkalden-Meiningen Warum manche Corona-Zahlen verwirren

Diese Karte zeigt die Inzidenz-Werte des RKI an. Diese sind allerdings prinzipiell veraltet. Daher veröffentlicht insüdthüringen.de eine eigene Karte mit den aktuellen Daten der Region. Foto: dpa/dpa-infografik GmbH

Unterschiedliche Infektionszahlen je nach Quelle, weil die Daten nicht gleichzeitig erfasst werden: Das verwirrt viele Südthüringer. Das Landratsamt Schmalkalden-Meiningen sorgt jetzt für zusätzliche Irritationen.

Meiningen - Schmalkalden-Meiningen ist neuer Top-Hotspot in Thüringen: Diese Meldung schreckte am Dienstag viele auf. Zig neue Fälle in Pflegeheimen hatten die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis auf den Rekordwert von 364 hochschnellen lassen. Nur: Im Tages-Bulletin des Landratsamts war von einer viel niedrigeren Inzidenz von 263 zu lesen – mit der Folge, dass Bürger die Glaubwürdigkeit der Statistik infrage stellten.

Seit Pandemiebeginn ist es nicht nur in Schmalkalden-Meiningen normal, dass Werte je nach Datenquelle voneinander abweichen. Die Gesundheitsämter haben die aktuellsten Fallzahlen, die unsere Zeitung um 18 Uhr abruft, in Inzidenzwerte umrechnet und unter anderem für die tägliche Corona-Karte verwendet. Dagegen geben die Corona-Tabellen des Freistaats und des RKI den Stand teils um Tage verzögert wieder. Das liegt daran, dass die Corona-Fälle meist später (manchmal auch früher) in der großen Datenbank ankommen, als sie von den Landratsämtern für die eigene Statistik registriert und veröffentlicht werden.

Diesen Datenstau hat nun auch die Meininger Kreisverwaltung verlängert, indem sie das Prozedere der Inzidenz-Berechnung umgestellt hat und – wie zuvor andere Kreise auch – nun die vom Vortag stammenden Werte vom RKI übernimmt. Diese seien für die Grenzwerte der Landesverordnungen maßgeblich, etwa bei Versammlungs-Teilnehmerzahlen, begründet das ein Sprecher. Zusätzliche Differenzen gebe es übergangsweise, weil neue Fälle nun nach Testergebnisdatum und nicht mehr nach Eingangsdatum einsortiert werden.

Derweil blieb Schmalkalden-Meinigen am Mittwoch die klare Nummer 1 in Thüringen, mit einem Inzidenz-Rekordwert von 406. Beim RKI und beim Landratsamt stand der Zähler auf 329.

 

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