Schmalkalden Im Akkord Bäume gepflanzt

Annett Recknagel

148 Kinder und Jugendliche aus elf Ortsgruppen des Technischen Hilfswerkes in Thüringen brachten 1750 Bäume an der Wildbretscheune in Schmalkalden in die Erde.

„Jens, du wirst dort oben gebraucht!“ Kein Problem für Jens Nattermann, den Holzrücker schlechthin. Ab ging es, den Hügel hinauf. Schließlich musste das zu bepflanzende Gebiet von Holzstämmen beräumt werden. Berko Leimbach befreite sie zuvor mit der Motorsäge von Ästen und schon konnten die beiden Rückepferde Lino und Tina ihre Arbeit tun. Für die THW-Jugend war das kein alltäglicher Anblick. So aber wurde früher Waldarbeit erledigt. Und das beeindruckte die 148 Kinder und Jugendlichen sehr.

„Ich habe heute um die 15 Bäume gepflanzt“, verkündete Tim von der THW Ortsgruppe aus Eisenach und fügte hinzu: „Das war ziemlich cool.“ Das frühe Aufstehen an einem Samstag störte ihn dabei weniger. „Wir sollten um 7 Uhr im Ortsverband sein, das ist normal“, meinte er augenzwinkernd.

Sein Kumpel Marlon hatte gar 20 Lärchen in die Erde gebracht, auch er hatte ein gutes Gefühl. „Wenn man merkt, man hat was gemacht, was noch dazu nachhaltig ist, ist das schon schön“, sagte er. Auch sein Bruder Niklas war bei der großen Pflanzaktion an der Wildbretscheune in Schmalkalden dabei. Wobei die Ortsgruppe Eisenach eine von insgesamt zwölf in Thüringen ist. Elf waren bei der Aktion dabei. Den weitesten Anfahrtsweg hatten die Altenburger und die Geraer. Letztgenannte waren mit vier Jugendlichen und einem Betreuer angereist. „Wir pflanzen so viel, wie wir schaffen“, sagten sie und vertraten damit die Meinung aller anderen.

Die Sechs- bis 17-Jährigen waren sehr motiviert. In Gruppen eingeteilt ging es den Berg hinauf an Ort und Stelle. Nach einer guten Stunde hatten allein die Eisenacher schon 150 Lärchen gesetzt. „Wenn die Bäume angepflanzt werden, dann soll das nachhaltig geschehen, sie sollten unbedingt anwachsen“, erklärte Jaden John vom Forstamt Schmalkalden.

Man sah den jungen Leuten den Spaß bei der Arbeit an. Ob Weißtannen, Lärchen oder Douglasien – alle Bäume benötigten Holzpfähle. Die wurden von den Jugendlichen nach oben geschafft. Die Fläche war durch Forstamtsmitarbeiter vorbereitet worden. Einfach aber gestaltete sich das Pflanzen nicht. Die Freiwilligen mussten mit der Hacke ans Werk. Teilweise war das Gelände schon unwegsam. Aber man unterstützte sich gegenseitig. Die einzelnen Gruppen pflanzten in versetzten Abständen. Danach konnten sie helfen, den Wald von Zweigen und Ästen zu befreien. Zudem hatten Mitarbeiter des Naturparks Thüringer Wald für einen Stationenbetrieb gesorgt. „Das Ganze soll nicht nur Arbeit sein, sondern auch Lernen und letztlich der Natur und dem Wald zugute kommen“, formulierte Forstamtsleiter Dominik Hessenmöller. Die sechs Wissensstationen zu allgemeiner Forstwirtschaft, Klimawandel, Borkenkäfer und anderem kamen sehr gut an.

Obendrein wurden 50 Kilogramm Eicheln in den Boden gesteckt. Die frisch mit 750 Weißtannen und der gleichen Anzahl Douglasien sowie 250 Lärchen besetzten Fläche wurde eingezäunt, um sie vor Verbiss zu schützen. Auch dafür waren schon Vorbereitungen getroffen worden. Zur Waldrandgestaltung kamen zusätzlichen 20 Wildkirschen in die Erde.

Natürlich hatte man sich auch um die Versorgung der Mädchen und Jungen gekümmert. Selbst zwei Waschbecken und Strom zum Zubereiten von heißen Getränken war im Wald möglich. Das Technische Hilfswerk ist eben sehr gut ausgestattet. Insgesamt war die Aktion der Landesjugend des THW der Jahresabschluss 2022. Ziel dabei war es, ein Zeichen gegen Klimawandel und Waldsterben zu setzen. An der Aktion nahmen auch private Waldretter, Vertreter der Stadt Schmalkalden, des Forstamtes und des Naturparks Thüringer Wald teil. Insgesamt stärkte sie das Gemeinschaftsgefühl aller Teilnehmer mit Blick auf Achtung von Umwelt und Natur.

 

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