Schmalkalden - Die Zeit nach dem Mittelalter riecht nach muffigem Keller. Zumindest unter diesem schwarzen Loch, das scheinbar im Himmel verschwindet. Dunkel ist's. Immerhin hätte hier, im Schatten unter dem Rauchabzug, eine ganze Fußballmannschaft Platz. Wer da einst Mahlzeiten zubereitet hat, der musste vermutlich mit dem dünnen Lichtschein von Kerzen zurechtkommen. Die Kochstelle unter dem Abzug ist ein Quader aus Stein. Oben drauf Sand, getrocknete Zweige in einem geflochtenen Korb, Grillbesteck aus dem nachmittelalterlichen 16. Jahrhundert. Darüber hängen Eisentöpfe mit je zwei Henkeln. Und eine Waage, wie man sie von der Göttin Justitia kennt: Zwei Schalen, verbunden mit einem Balken. Gegenüber, unter der anderen Seite des Abzugs, stehen Spieße, von denen fast noch das Spanferkel-Fett zu tropfen scheint.
Schmalkalden Fleisch musste auch zu Weihnachten sein
Alexandra Paulfranz 09.12.2017 - 09:01 Uhr