Schmalkalden - Martin Luther wollte mit seinem Thesenanschlag 1517 die Kirche nicht spalten, sondern erneuern, reformieren. Doch mit seiner Kritik an der damaligen römisch-katholischen Kirche mit Papsttum und Ablasshandel war ein Prozess in Gang gekommen, der schließlich zur Abspaltung der evangelischen von der katholischen Kirche führte. 500 Jahre später scheint die Chance, wieder zu einer einzigen gemeinsamen Kirche zu finden, greifbar nah. Konfessionelle Trennungen zu überwinden, ist das Ziel der ökumenischen Bewegung. Die zentrale Frage, die am Dienstagabend auch die Teilnehmer der Podiumsdiskussion beschäftigte, ist: Wie soll die erstrebte und erwünschte Einheit der Kirchen aussehen? Wie können die bestehenden Differenzen in Fragen des Glaubens und der Ethik auf dem Weg zu einer sichtbaren Einheit überwunden werden? Oder ist eine einzige gemeinsame Kirche als organisatorische Einheit gar nicht erstrebenswert? Sollte man nicht stattdessen die Vielfalt der verschiedenen Kirchen als Reichtum wertschätzen? Sich über jeden Menschen freuen, der, egal wo, eine geistliche, spirituelle Heimat gefunden hat, in der er sich wohlfühlt?