Schmalkalden - Kühles, weißes Licht, das auf die verblichene und eingerissene Farbtapete fällt. Kälte, die den Besuchern die Arme und Beine hinaufkriecht. In der Luft liegt ein Geruch von Kloake und Unrat. Was Schüler der Breitunger Regelschule im vorletzten Waggon des Revolution Trains - dem Anti-Drogen-Zug - spüren und riechen, teilt die Klasse. Die einen geben sich lässig, andere sehen aus, als würden sie am liebsten aussteigen. Am Boden liegen zerschlissene und fleckige Matratzen, Plastikbecher und Verpackungen in den Ecken, auf einer Kommode stehen Utensilien, die man wohl in einer Drogenküche braucht. Einige der Requisiten stammen aus der Asservatenkammer der tschechischen Polizei. "Kommt, weiter", sagt einer der Achtklässler. Es ist kein Ort, an dem man sich lange aufhalten möchte.