Schleusingen, Römhild, Themar: Der Aufbau neuer Testzentren kommt nur schleppend voran

Rachenabstrich im PCR-Testzentrum Hildburghausen: Ein Mitarbeiter demonstriert das am Geschäftsführer der Betreiberfirma Vital Med. Foto: /Steffen Ittig

Sie sollten längst in Betrieb sein, die Schnelltestzentren in Schleusingen und in Römhild. Doch mal hapert es an einem geeigneten Betreiber, mal an kostengünstigen Mieträumen. Außerdem setzt der Landkreis inzwischen auf unterschiedliche Anbieter in den größeren Kommunen.

Hildburghausen - Seit dem vergangenen Wochenende gibt es zwei Bewerber, die sich dafür interessieren, in Schleusingen ein neues Schnelltestzentrum zu betreiben. Das bestätigt Stefanie Schweda, Mitarbeiterin des hauptamtlichen Beigeordneten des Landkreises, Dirk Lindner, am Montagnachmittag auf Anfrage unserer Redaktion. „Räumlichkeiten dafür sind vorhanden“, sagt Schweda. Nun würde geprüft, ob die Anbieter geeignet und vertrauenswürdig sind. Dabei komme es darauf an, ob sie über ein schlüssiges Gesamtkonzept, ein Hygienekonzept und über qualifiertes Personal verfügen, das die Abstriche für die POC-Antigentests vornehmen könne. Wenn alles in Ordnung sei, werde sich das Landratsamt für einen der Bewerber entscheiden. Wann das Testzentrum in Schleusingen eingerichtet wird, konnte Schweda deshalb noch nicht angeben.

Dabei sah es Anfang Dezember so aus, als ob alles ganz schnell gehen könnte mit dem Aufbau neuer und weiterer Schnelltestzentren im Landkreis Hildburghausen. Im Gespräch waren damals Schleusingen, Eisfeld und Römhild.

Die Vital Med Gruppe aus dem nordrhein-westfälischen Dorsten, die seit Ende Oktober das Schnelltestzentrum in der Hildburghäuser Bahnhofstraße 20 betreibt, hatte seinerzeit Interesse signalisiert, auch in diesen Orten solche Zentren einrichten zu wollen ( Freies Wort berichtete).

Vital Med-Geschäftsführer Markus Langenkämper war damals auf der Suche nach geeigneten Mieträumen in den drei Kommunen gewesen. Es habe auch Mietangebote gegeben, aber noch keine vertraglichen Abschlüsse, es dauere wohl noch etwa zweieinhalb Wochen, bis er Konkreteres sagen könne, erklärte er Anfang Dezember. Dazu ist es bis heute nicht gekommen.

Grund dafür ist vor allem, dass man sich im Landratsamt inzwischen auf eine andere Verfahrensweise für den Betrieb der Schnelltestzentren verständigt hat. Die Vital Med GmbH sei ursprünglich für das Betreiben der Testzentren in Schleusingen, Eisfeld und Römhild geplant gewesen, heißt es in der Antwort auf eine Anfrage unserer Redaktion. Aber: „Nach internen Absprachen hat sich das Landratsamt Hildburghausen vor allem unter dem wichtigen Aspekt, dass neu geplante Testzentren vorab für jeden Betreiber ein hohes wirtschaftliches Risiko darstellen, dafür entschieden, mehrere Betreiber für die Testzentren an unterschiedlichen Standorten zu beauftragen.“ Damit soll das Risiko minimiert werden, dass im Falle einer möglichen Insolvenz eines Grußbetreibers von mehreren Schnelltestzentren plötzlich alle Einrichtungen nicht mehr arbeitsfähig sind. „So wird ein einheitlicher Ausfall der Testungen im Landkreis vermieden“, heißt es aus der Kreisbehörde.

Nach dem Motto: „Ein Betreiber pro Kommune“ hat Vital Med den Zuschlag für ein PCR-Testzentrum in Hildburghausen bekommen. Nachdem zwei Räumlichkeiten im Stadttheater und im ehemaligen Tourismusbüro zu teuer oder ungeeignet waren, ist es seit Mitte Dezember in der Unteren Marktstraße 9 in einem ehemaligen Geschäft untergebracht.

Für die schnelle Einrichtung weiterer Testzentren in Römhild und Themar sucht das Landratsamt noch interessierte Betreiber und unterstützt diese auch bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten. Es geht also etwas schleppend voran.

Bestehende Schnelltestzentren gibt es in Hildburghausen (Vital Med), Eisfeld (Die Bessertester) und Heldburg (Die Johanniter).

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