Schleusingen - Der Schleusinger Weihnachtsmann? Ja, der wohnte jahrelang in der Talstraße. Und wie hieß er? Psst, nicht zu laut sagen, damit‘s die Kinder nicht hören: Norbert Schneider war sein Name. Vor fünf Jahren hat er den Job abgegeben - an Jüngere. Doch bei ihm hängt bis heute der berühmte rote Mantel mit den weißen Konturen. Wie ist der Schleusinger überhaupt zum Weihnachtsmann geworden? "Das ist eine echt kuriose Geschichte", sagt Schneider und lacht laut. Er blättert 30 Jahre zurück und beginnt zu erzählen. Es ist der 2. November 1989. Und für Norbert Schneider heißt‘s Abschied nehmen. Er muss zu den Bausoldaten - seine Reise geht nach Bauzen. "Den Wehrpass hab ich noch oben", sagt er, streckt Arm und Zeigefinger aus und deutet zur Treppe, bevor er weitererzählt. Sieben Tage, nachdem er in Bauzen angekommen war, sei die Mauer gefallen. "Und ich hab‘ festgesteckt im Tal der Ahnungslosen." Heute lacht er darüber. Er hatte mitbekommen, dass die Grenzen offen sind. Aber verspätet.
Schleusingen Begrüßungsgeld macht Weihnachtsmänner
Katja Wollschläger 05.12.2019 - 17:30 Uhr