Schleppjagd Ein dreifaches Horrido über Römhild

Kurt Lautensack

Knapp 40 Reiter hoch zu Ross, dazwischen eine stattliche Hundemeute – das sieht man nicht alle Tage. Zu einer Schleppjagd hatte der Reit- und Fahrverein Römhild am Samstag erstmals eingeladen.

Einem herzlichen Empfang auf der Grabfeld-Reitanlage folgte ein zünftiges Jägerfrühstück mit Sekt und die offizielle Begrüßung durch Armin Kirchdorfer, Präsident des teilnehmenden Vereins Frankenmeute aus Bad Königshofen, der später zusammen mit Judith Gundelwein, Trainerin des Reit- und Fahrvereins Römhild, die sogenannte Schleppe legte. Jagdreiter Uwe Hochbrückner von der Frankenmeute informierte zunächst über die Hundemeute, 30 Beagles, und gab Hinweise zum Verhalten bei der Schleppjagd. Dabei schwor er die knapp 40-köpfige Reiterschar darauf ein, dass es „kein Pferderennen“ sei und nicht überholt werden dürfe. Denn eine Schleppjagd, die ohne Beutetier erfolgt, solle nur zur Förderung des Jagdreitens in der Gemeinschaft dienen, bei der es „weder Gewinner noch Verlierer gibt“, wie es Judith Gundelwein formulierte.

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Dann war es soweit: Die Hainaer Jagdhornbläser und die „Trompes Franconiennes“, eine Bläsergruppe der Frankenmeute, bliesen zur Beginn der Jagd die passenden Signale, dann erklang das dreifache „Horrido“ zum Aufbruch, das ebenso wie die Bläser zum jagdlichen Brauchtum gehört. Angeführt von den Schleppern Judith Gundelwein und Armin Kirchdorfer, gefolgt von der Hundemeute, den 30 Beagles, und den knapp 40 Reiterpaaren ging es zunächst im Schritt bis nach Milz, wo dann die eigentliche Schleppjagd begann. Erstaunlich ist es, wie sich die Hunde bei normaler Gangart zwischen den Pferden bewegen. Das gilt aber ebenso für die Pferde, die die Hundemeute zwischen ihren Beinen wissen und dabei Ruhe bewahren. Man kennt sich eben, wie es so schön heißt.

Die Hainaer Jagdhornbläser und die „Trompes Franconiennes“ kündigten jeweils die Ankunft der Reiterschar an ausgewählten Stationen entlang der Strecke an der Milz, an der alten Hindfelder Straße, in Hindfeld an der Brücke, zwischen Hindfeld und der Pumpstation in Gleichamberg und zurück über den Landwirtschafts- und Radweg bei Hindfeld zur Reitanlage an. Und der Klang der Hörner, ob beim Hubertusmarsch, dem Gamsschützen-Marsch, dem Bärenjäger-Marsch oder anderen Jägermärschen und -grüßen, kam eine stimmungsvolle Atmosphäre und jagdliches Flair auf.

Am Ende der Schleppjagd versammelten sich alle auf dem Reitplatz an der Grabfeldanlage des Vereins. Jagdreiter Uwe Hochbrückner richtete seinen Dank an alle Beteiligten, an den Reit- und Fahrverein Römhild, die Familie Gundelwein, an den Verein der Frankenmeute mit ihren Hunden, an die Jagdhornbläser und an die Reiterschar. Froh über eine gelungene Schleppjagd sagte er den Frauen und Männern hoch zu Pferd: „Ihr seid jetzt nicht nur Reiter, sondern Jagdreiter“. So schallte nochmals ein dreifaches Horrido über die Reitanlage und die beiden Jagdhornbläsergruppen bliesen zum Ende der Jagd. Und nachdem die Pferde und Hunde verpflegt worden waren, gab es auch für die Reiter ein zünftiges Jägeressen.