Ein Volltreffer Tag der offenen Tür beim Schießsportzentrum Suhl

Mit einem Tag der offenen Tür präsentierte sich das Schießsportzentrum auf dem Friedberg am Samstag den Suhlern und Gästen der Stadt. Ein Novum in dieser Form, das gerne angenommen wurde.

Volle Parkplätze, viele Besucher, interessante Einblicke: Das Angebot, einmal hinter die Kulissen der sonst nur zu Wettkämpfen für die Öffentlichkeit zugänglichen Trainings- und Wettkampfstätten des Schießsportzentrums (SSZ) zu schauen, ließen sich viele Suhler am Samstag nicht nehmen. Bei einem abwechslungsreichen Programm, organisiert vom Förderverein und dem Deutschen Schützenbund, konnten Alt und Jung unter fachkundiger Anleitung einmal selbst mit Pistole, Gewehr oder Bogen schießen. Und zwar genau dort, wo auch die Spitzen-Kader des Sportschießens trainieren und Wettkämpfe abhalten. Biathlon-Schießen, Luftgewehr oder Luftpistole, Lichtschießen oder Bogenschießen – in der Erich-Krempel-Halle warteten eine Vielzahl von Angeboten auf die Besucher. Azubis der Berufsschule für Büchsenmacher und Graveure gaben Einblicke in ihre Arbeit. Doch nicht nur dort, auch an den anderen Schießständen herrschte reges Treiben.

Kanonendonner und Pulverdampf

Mit donnerenden Böllerschüssen wurde der besondere Tag weithin hörbar eingeschossen. Beigeordnete Ina Leukefeld hob in ihrer Eröffnungsrede die große Bedeutung des SSZ für die Stadt hervor. Auch Bundestagsabgeordneter Frank Ullrich mischte sich unter die Besucher. „Die Anlage müsste viel mehr mit der Stadt und ihrer großen Waffentradition in Verbindung stehen“, findet er. Er wolle sich dafür stark machen, die WM 2030 nach Suhl zu holen – mit Geld vom Bund. „Solche Sport-Großveranstaltungen brauchen wir viel mehr um den Stolz der Suhler auf das Schießsportzentrum wie einst wieder zu wecken.“

Eigentlich, sagt Stefan Thon, sei das SSZ die gute Stube Suhls, ein großer Identifikationsfaktor der Menschen mit ihrer Stadt. „Hier ist der Spitzensport zu Hause, der in den vergangenen Jahren einen deutlichen Aufwind erfährt, ebenso wie der Nachwuchs“, sieht es der Präsident des Thüringer Schützenbundes. Es sei ein großes Anliegen, dies auch der Bevölkerung zu zeigen.

Doch nicht nur aus Suhl, sondern aus dem ganzen Umland kamen die Besucher. So wie Bogenschütze Nico Möller aus Schmalkalden, der wie Cora Pfab aus Breitenbach unter Anleitung von Trainern und Aktiven das Bogenschießen ausprobierte. Abordnungen von Schützenvereinen, etwa aus Triptis und Eisfeld, nutzten den Tag ebenfalls, um mit verschiedenen Waffen zu schießen. „Das gab es in dieser Form noch nie“, sagte Rainer Leukefeld. Er sei erstaunt über die gute Resonanz, lässt der Geschäftsführer des Fördervereins wissen.

Auch Erfolgsschützin Nadine Messerschmidt, ließ es sich nicht nehmen ganz in in Familie mit Töchterchen Mara und Ehemann auf ihrer Heimanlage vorbeizuschauen. Sie schätzt nach eigenen Worten die Naturnähe der Anlage auf dem Friedberg und die familiäre Atmosphäre.

„Mit verhaltenem Budget“ und vielen fleißigen Helfern aus den Reihen der Mitarbeiter und des Fördervereins sowie des Schützenbundes habe man anstelle des abgesagten Galaabends zum 50-jährigen Bestehen erstmals einen Tag der offenen Tür organisiert, sagt SSZ-Geschäftsführer Burkhard Tittel. Vor wenigen Tagen hat er die Zusage des Weltverbandes über die Junioren-WM vom 1. bis 12. Juni 2023 in Suhl erhalten. Erklärtes großes Ziel bleibe eine WM-Bewerbung für 2030. Dafür seien allerdings noch umfangreiche Investitionen, wie etwa ein 35 Meter langer Anbau an die Erich-Krempel-Halle, ein fünfter Wurfscheibenstand und die energetische Sanierung sowie die Ertüchtigung in Sachen Umweltschutz nötig. „Es wäre wichtig, wenn sich Land, Bund und Bauherr auf einen Fördermittelempfänger verständigen würden“, sieht er es.

Als überaus gute Nachricht konnte Tittel die Übernahme und Wiedereröffnung des zur Anlage gehörenden Sporthotels, das künftig als Olympiahotel firmieren soll, durch die KK Hotellerie München verkünden, die auch auf der Olympiaanlage in München die Versorgung absichert. Bei Rundgängen konnten die Besucher Hotel und Angebote in Augenschein nehmen. Auch das ein guter Grundstein für Weltmeisterschaften 2030 in Suhl.

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