Saisonstart im Zuchthaus-Museum Ein Blick hinter Gefängnismauern

Wolfgang Swietek

Kurz vor der Wiedereröffnung: Das Zuchthaus-Museum in Untermaßfeld, das direkt in der JVA untergebracht ist und vom Burg- und Heimatverein der Gemeinde betrieben wird.

Nach Schließung von mehreren Monaten öffnet morgen das Zuchthaus-Museum Untermaßfeld erstmals wieder seine Pforten für die Besucher. Der Rundgang beginnt dabei an dem anschaulichen Modell des ehemaligen Wasserschlosses. Foto: MT/Wolfgang Swietek

Viele Monate war es geschlossen, wie alle anderen Museen des Landes auch. Die Corona-Pandemie hatte auch um diese Einrichtung keinen Bogen gemacht. Nun soll es einen Neustart für einen Besuch in dieser in Deutschland wohl einmaligen Einrichtung geben. 200 Jahre Geschichte des Strafvollzuges wird hier gezeigt. Und das in einem heute noch betriebenem Gefängnis, das gibt es nirgendwo sonst.

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Im Jahr 2013 hatten die ehrenamtlich tätigen Mitglieder vom Burg- und Heimatverein Untermaßfeld diese Einrichtung eröffnet – genau 200 Jahre zuvor war hier in dem ehemaligen Wasserschloss der erste Gefangene untergebracht worden. Seitdem ist die Einrichtung in allen Gesellschaftssystemen weiter betrieben worden, ob als Zuchthaus, als Gefängnis oder – wie sie heute heißt – als Justizvollzugsanstalt.

Wie geht es zu hinter Stacheldraht oder der moderneren Wand aus Plexiglas? Was stimmt von den vielen Klischees, die oft im Gespräch sind? Sicher – an Burgverlies und Dunkelzelle bei Wasser und Brot glaubt kaum noch jemand. Ist es aber, wie mitunter behauptet wird, der Luxusaufenthalt, mit Tischtennisraum und Fitnessstudio, mit Fernsehen und Bibliothek, bei dem es den Gefangenen besser geht als so manchem „da draußen“?

Neustart nach Pandemie

Ein Blick hinter die Gefängnismauern, Einblick in diese andere Welt „da drinnen“, war lange Zeit kaum möglich. Erst jetzt in einem Museum, das vor zehn Jahren eingerichtet worden ist und seitdem in ehrenamtlicher Arbeit von den Mitgliedern des Burg- und Heimatvereins betrieben wird. Eine vergleichbare Einrichtung gibt es nirgendwo anders in Deutschland. Also eine Einmaligkeit, die kein zweites Mal existiert.

Sind in den ersten acht Jahren zahlreiche Besucher auch von weither gekommen, wurde es mit Beginn der Corona-Pandemie still um dieses Museum. Nun soll am Sonnabend, 12. März, ein Neustart versucht werden. Unter Einhaltung der Hygieneregeln ist das Museum von 12.30 bis 16.30 Uhr geöffnet. Es können auch Sonderführungen für ganze Gruppen mit dem Vereinsvorsitzenden Uwe Bornkessel unter der Rufnummer (0179) 1 37 31 52 vereinbart werden.