Rutschen auch ohne Schnee Sommerrodelbahn nimmt Gestalt an

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Der Aufbau der Sommerrodelbahn hat begonnen. Foto: Siegfried Hartmann

Ende einer langen Odyssee: Auf dem Ellenbogen laufen die Arbeiten zur Wiederinbetriebnahme der 2013 stillgelegten Sommerrodelbahn, bekannt als „Hasenrutsche“. Dorthin sollte die Anlage ursprünglich sogar schon einmal kommen.

Sichtbare Fortschritte gibt es bei der lange schon geplanten Installation der Sommerrodelbahn auf dem Ellenbogen, am Rodelhang gleich neben der Aussichtsplattform Noahs Segel. Am Wochenende wurden die notwendigen Erdarbeiten als Grundlage für die Montage von Rutschmatten und seitlichen Banden abgeschlossen und der rund 50 Meter lange Bahnverlauf mit Kurve und Seitenneigung in den Hang hinein modelliert. Nun sollen Stück für Stück in den nächsten Wochen in Arbeitseinsätzen die vorhandenen Einzelteile, die noch wiederverwendbar sind, nach der Aufbauanleitung der österreichischen Firma Sunkid GmbH als Hersteller „zusammengepuzzelt“ werden.

In einem zweiten Arbeitsschritt soll im nächsten Jahr auch wieder das Förderband, „Zauberteppich“ genannt, reaktiviert werden. Darauf können die kleinen und großen Rutschenbesucher sich samt Reifen aufrecht hinstellen und werden wieder an den Ausgangspunkt der Rutschpartie transportiert.

Die Sommerrodelbahn, mit viel Fördergeld des Freistaates und mit einem Gesamtwert von rund 130 000 Euro inklusive Installation angeschafft, sollte 2007 eigentlich auf dem Ellenbogen als aufgrund seiner geografischen Verhältnisse idealem Areal aufgebaut werden – eine Snowtubingbahn befand sich bereits seit 2002 dort. Allerdings gab es Bedenken von Akteuren vor Ort. Daraufhin kam sie als „Hasenrutsche“ an einen Wiesenhang am Ortsrand von Schafhausen, nahe der damalig en Jugendbildungsstätte. Nachdem diese von ihrem Träger aufgegeben und vom Landkreis als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde, lag die Anlage seit 2013 still. Später wurde sie abgebaut und an der Erlebniswelt Rhönwald auf dem Weidberg bei Kaltenwestheim eingelagert. Hoffnungen, diese dort aufbauen und nutzen zu können, scheiterten am fehlenden Platz und dem nicht ausreichend vorhandenem Gefälle. Ein Verkauf ins Ausland wurde in letzter Minute durch den damaligen VG-Hohe-Rhön-Chef Manfred Beetz und den Kaltennordheimer Bürgermeister Erik Thürmer abgewendet und vorgeschlagen, die Sommertubingbahn an die Gemeinde Oberweid zu veräußern. Nach den notwendigen Planungsarbeiten lag seit November 2020 die Baugenehmigung für den neuen Standort vor – jetzt soll die Anlage einer neuerlichen Betreibung zugeführt und den Ganzjahrestourismus auf dem Ellenbogen weiter befördern.

Seit Eröffnung der Aussichtsplattform Noahs Segel im August 2017 besuchen rund 20 000 Besucher pro Jahr, Kinder nicht eingerechnet, diesen touristischen Leuchtturm der Thüringer Rhön – einige davon werden gewiss auch die Sommerrodelbahn künftig nutzen.

 

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