Jabloko verzeichnete zuletzt spürbaren Zulauf
Beobachter erklärten die Angriffe gegen Jabloko damit, dass die Partei seit der Zulassung zur Wahl großen Zulauf verzeichnet habe - und dem Kreml das Risiko eines möglichen Erfolgs zu groß geworden sei. Experten meinten mit Blick auf Umfragen, dass die Partei Chancen gehabt hätte, die Fünf-Prozent-Hürde bei der Wahl zu überspringen und erstmals seit mehr als 20 Jahren wieder in die Duma zu kommen.
Zwar waren die prominentesten Jabloko-Mitglieder ohnehin nicht zur Wahl zugelassen, weil sie als "ausländische Agenten" eingestuft vor Gericht stehen oder in Haft sitzen. Aber selbst mit den weitgehend unbekannten Namen auf der Liste stiegen laut politischen Beobachtern die Zustimmungswerte.
Kremltreue Partei gilt als Instrument des Machtapparats
Der Politologe Kirill Rogow meinte, dass der Kreml wohl eine Zulassung von Jabloko zunächst erlaubt habe, um der Duma-Partei Nowyje Ljudi (Neue Leute) Stimmen abzugraben und die Stimmen der Kriegsgegner insgesamt quasi zu pulverisieren, wenn sie sich auf mehrere Parteien verteilen. Als kleinste unter den fünf in der Duma vertretenen Parteien legte Nowyje Ljudi nach scharfer Kritik etwa an den Internetsperren zuletzt in den Umfragen deutlich zu. Die regierende Kremlpartei Geeintes Russland mit ihren strammen Kriegsbefürwortern hingegen sackte ab.
Rodina selbst ist eine marginale Partei ohne politisches Gewicht. Kommentatoren meinen, dass sie dem Machtapparat und den kremltreuen Parteien als willfähriges Instrument diene. Richter Kirillow steht bei der russischen Opposition als Diener des Kreml in der Kritik. Er hatte zuletzt in einem ebenfalls umstrittenen Prozess die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Menschenrechtsorganisation Memorial verboten.