Zwar waren die prominentesten Jabloko-Mitglieder ohnehin nicht zur Wahl zugelassen, weil sie als "ausländische Agenten" eingestuft, vor Gericht stehen oder in Haft sitzen. Aber selbst mit den weitgehend unbekannten Namen auf der Liste stiegen laut politischen Beobachtern die Zustimmungswerte.
Der Politologe Kirill Rogow meinte, dass der Kreml wohl eine Zulassung von Jabloko zunächst erlaubt habe, um der Duma-Partei Nowyje Ljudu (Neue Leute) Stimmen abzugraben und die Stimmen der Kriegsgegner insgesamt quasi zu pulverisieren, wenn sie sich auf mehrere Parteien verteilen. Als kleinste unter den fünf in der Duma vertretenen legte Nowyje Ljudi nach ihrer Kritik etwa an den Internetsperren zuletzt in den Umfragen deutlich zu. Die regierende Kremlpartei Geeintes Russland mit ihren strammen Kriegsbefürwortern hingegen sackte dagegen ab.
Kremltreue Partei gilt als Instrument des Machtapparats
Rodina selbst ist eine marginale Partei ohne politisches Gewicht. Kommentatoren meinen, dass sie dem Machtapparat und den kremltreuen Parteien als willfähriges Instrument diene.
Zitiert wurde vor Gericht aus Interviews von Parteigründer Grigori Jawlinski, der den Krieg immer wieder kritisiert. Jabloko wies das zurück - und betonte, dass Jawlinski nicht antrete.
Richter Kirillow steht bei der russischen Opposition als Erfüllungsgehilfe des Kreml in der Kritik. Er hatte zuletzt auch die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Menschenrechtsorganisation Memorial verboten.