Rotterode Ein Fest fürs schöne Moosbachtal

Zum Moosbachtalfest am Wochenende wird der neue Barfußpfad erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Ranger Ronny führt durch die Natur, von der er dieses Jahr erneut begeistert ist.

„Das ist die Brut der Fische, die wir vergangenes Jahr eingesetzt haben – wirklich eine gute Nachricht“, sagt Ronny Bohl und zeigt auf wenige Zentimeter kleine Forellen, die am Ufer des Feuerlöschteiches im flachen Wasser auf Nahrung warten. An die 50 könnten es sein, schätzt er. Ein Zeichen, dass die Natur hier intakt ist, so Bohl und zählt weitere Arten auf, die im idyllischen Tal in Rotterode beheimatet sind.

Kleine Kaulquappen, aus denen bald Erdkröten werden, oder Grasfrösche, von denen viele die Metamorphose bereits hinter sich haben, leben im Wasser. Auch dem Feuersalamander gefällt es hier gut. Gebirgsstelze, Zilpzalp, Buchfink und Specht fliegen durch die Bäume. Schulklassen und die Kinder der Rotteroder Moosbach-Kids hat er bereits mit auf Führungen genommen. Auch für Erwachsene will er Exkursionen anbieten. Freunde und Bekannte nennen ehrenamtlichen Naturschützer mittlerweile Moosbach-Ranger und haben ihm einen Hut mit dem Schriftzug geschenkt.

Auf Tour ist der gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Wegewart des Ortes, Björn Schneider sowie Björn Luck. Alle drei haben sich der freiwilligen Naturschutzarbeit verschrieben. Schneider wurde im vergangenen Jahr im MDR zum Thüringer des Monats gewählt, weil er im Moosbachtal einen Spazierweg angelegt hat – die „Brückchenrunde“.

Am Beginn des knapp einen Kilometer langen Weges ist nun ein Barfußpfad entstanden, der zum Kindertag am 1. Juni eröffnet wurde. Regelmäßige Gäste sind hier die Moosbach-Kids. Die Arbeit mit den unterschiedlichen Altersklassen von vier bis 13 sei ganz unterschiedlich. Auch Erwachsene können hier noch viel Interessantes erfahren, erzählt Bohl, während er die Brückchenrunde am Waldesrand abläuft.

Nachbar Greenpeace

Links den Hang hinauf sind die Greenpeace-Leute des Bergwald-Projekts die nächsten Nachbarn. Sie wollen eine naturnahe Waldbewirtschaftung und da passe eine ehemalige große Futterraufe, weiter unten am Weg, nicht ins Konzept. Die Bergwald-Aktiven stellen das ansehnliche Hüttchen der Bildungsarbeit zur Verfügung, die auch der Moosbach-Ranger nutzen dürfe.

Auf dem Weg dorthin fallen am steilen Hang immer wieder ebene Plateaus auf. „Hier haben früher Köhler die Kohle für die Eisenverhüttung am Arzberg hergestellt“, weiß er. Auf der Wiese rechter Hand blüht der Fingerhut, von mehreren Arten Faltern umschwirrt.

Bohl, Schneider und Luck achten auf die Sauberkeit im Tal, bauen Nistkästen und pflegen die Wege, Brückchen und den Barfußpfad. Die drei erledigen viel in Eigenleistungen, freuen sich aber auch über Spenden. Sponsoren finanzierten beispielsweise die vier Lehrtafeln, die an authentischen Standorten, wie der Tümpelquelle, über die jeweilige Flora und Fauna informieren.

Mit Partnern, Verwandten und Freunden organisieren die drei am Samstag das Moosbachtalfest, das jetzt zwei Jahre pausieren musste.

Ab 15 Uhr gibt es am Feuerlöschteich Speis und Trank, Spiele für die Kinder und gemütliches Beisammensein. Gegen 16 Uhr bietet Ronny Bohl eine Führung an und auch sein Chef, Tommy Hehnke, hat die Einladung angenommen und will sogar auf seiner Gitarre für Unterhaltung sorgen.

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