Rosa Vom Eigenen abgeben und helfen

Annett Recknagel
Karola Leyh (links) freute sich über die vielen Sachspenden, links Francis Storandt (rechts) vom Schulförderverein. Foto: Annett Recknagel

Sachspenden aus dem Rosagrund für Ukrainer und andere Bedürftige wurden in Rosa abgeholt und jetzt an die Schmalkalder Tafel übergeben.

Die Kartons standen bislang im Keller von Ralf Luther. Prall gefüllt mit Bekleidung, Hygieneartikeln, Schreibwaren, Spielzeug. Sogar zwei Schulranzen waren darunter. All diese Hilfsgüter wurden aufgrund eines großen Spendenaufrufs des Schulfördervereins der Grundschule in Roßdorf zusammengetragen. Als die ersten ukrainischen Flüchtlinge im Frühjahr im Landkreis ankamen, stand auch für den Verein fest: „Wir müssen was tun und wollen helfen“, sagte Francis Storandt, die im Vorstand des Vereins mitarbeitet.

Innerhalb kürzester Zeit wurde eine Aktion gestartet. Die Kinder bekamen Flyer mit nach Hause. Nach wenigen Tagen gab es das erste Ergebnis – 1000 Euro Geldspende. Die brachte eine kleine Abordnung direkt ins Schmalkalder Rathaus. Doch dem noch nicht genug: Die Elternhäuser brachten auch sehr viele Sachspenden zum Förderverein. Außerdem kamen noch einmal 500 Euro zusammen. Und das war gut so, denn in Rosa und auch in Georgenzell wohnen seit Ende Juni 14 ukrainische Frauen mit ihren Kindern.

Während eines Arbeitseinsatzes hatte man im Frühjahr in Rosa schon die Wohnung im Pfarrhaus auf Vordermann gebracht. In Georgenzell sind die Ukrainer im Bürgerhaus untergebracht. Die 500 Euro nutzte man jetzt, um einen Minigefrierschrank, Rollos, Fliegengitter, Wäscheständer, Geschirr und Haustürschlüssel zu kaufen. Zur Begrüßung hatten die Helfer auch für Lebensmittel gesorgt. Zusätzlich hatte die Familie Dittmar Bauer aus Georgenzell für die Ukrainer eine große Couch, ein Bett und eine nagelneue Waschmaschine zur Verfügung gestellt. Karola Pfaff spendierte eine weitere Schlafcouch. Stefanie Müller organisierte eine Kleidersammelaktion.

„Die Hilfsbereitschaft war schon riesig“, freute sich Ex-Landrat Ralf Luther und lobte den Bürgermeister. Silvio Hartmann hatte kurzerhand einen Antrag auf 1000 Euro bei der Teag gestellt. Und die wurden problemlos bewilligt. Dafür konnten Kühlschrank und Wäschetrockner angeschafft werden. Zudem bot sich Hartmann an, die Ukrainer beim Einkaufen zu unterstützen. Da es in Rosa keinen Supermarkt gibt, musste nach Wernshausen oder nach Dermbach gefahren werden. Hartmann saß am Steuer. „Das alles ist schon sehr aufwendig und sollte nicht unterschätzt werden“, sagte er.

Letzten Endes sind die Ukrainer, die in Rosa und Georgenzell wohnen, gut ausgestattet. Der nächste Schritt ist die Integration. Drei Kinder sind im Kindergartenalter. Schulpflichtige Mädchen und Jungen werden nach den Sommerferien an die Regelschule in Breitungen gehen. Und weil die Ukrainer in Rosa und Georgenzell gut abgesichert sind, entschied sich der Schulförderverein, die gesammelten Sachspenden an die Schmalkalder Tafel zu übergeben, eben weil man weiß, dass dort viele ukrainische Familien versorgt werden. Deren Leiterin Karola Leyh holte die Kisten vor Ort mit dem Fahrdienst und einem Kleintransporter ab. „Als Tafel nehmen wir normal nur Lebensmittel“, sagte sie. Die Hygieneprodukte aber könne man gut mit verteilen. Die restlichen Sachspenden werde sie an den Kleiderladen des DRK Kreisverbandes weitergeben. Der befindet sich im selben Haus wie die Tafel. „Das ist kein Problem, wir kooperieren sehr gut“, so Leyh. Natürlich würden die Spenden dann auch anderen Bedürftigen zugutekommen. Denn: Die Schmalkalder Tafel versorgt derzeit 311 Haushalte, darunter 162 ukrainische.

„Allmählich sprengt das unsere Grenzen“, erklärte Karola Leyh. Die Ausgabe erfolgt mittwochs und freitags ab 15 Uhr und kann schon mal bis in die Abendstunden hinein andauern. Auf 65 ehrenamtliche Helfer kann Karola Leyh zurückgreifen, darunter 18 Fahrer. Gearbeitet wird in Schichten. „Wir freuen uns natürlich über die Spenden und bedanken uns ganz herzlich“, sagte Karola Leyh mit dem Hinweis darauf, dass derzeit in der Tafel auch gern Obst und Gemüse aus den Gärten angenommen werden. Wer gern etwas abgeben wolle, könne dies problemlos tun.

 

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