Rosel Frank, eine engagierte Geschäftsfrau aus Milz, betrachtete die Öffnung der Grenzen 1989 als eine Chance, sich ihren Wunsch eines eigenen Geschäfts zu erfüllen – wenn auch die Zukunft noch ungewiss erschien. Die Tage des damaligen HO-Schuhladens im ehemaligen Wohnhaus von Bäcker Seiler in der Heurichstraße 10, wo sie Verkaufsstellenleiterin war, waren nach der Grenzöffnung gezählt. Das sei für sie so sicher gewesen wie das Amen in der Kirche, denn viel zu groß seien die Verlockungen gewesen, gen Westen zu gehen. „Also reifte der Beschluss, dass der Mensch was ändern muss, nicht allein das ABC bringt den Menschen in die Höh“, dachte sich die Geschäftsfrau frei nach Wilhelm Busch, hielt Familienrat und nahm die Herausforderung an, die Selbstständigkeit zu wagen. Ermuntert worden sei sie unter anderem auch von ihrer Kundschaft, sagt Rosel Frank rückblickend. „Mensch, Rosel, du kannst doch nicht zumachen, übernehme doch das Geschäft und führe es weiter“, habe sie oft gehört.
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Kurt Lautensack 31.01.2025 - 12:24 Uhr