Rödental Baby verriegelt Auto in sengender Hitze

Einem acht Monate altem Säugling die Zentralverriegelung zum Spielen zu überlassen, ist keine gute Idee. In Rödental musste deshalb die Feuerwehr ausrücken. Was rät der ADAC in solchen Fällen?

  Foto: picture alliance/dpa/Bernd Weißbrod

Ein acht Monate alter Junge hat sich am Samstagvormittag in Rödental (Landkreis Coburg) selbst in einem Auto eingeschlossen. Der 24-jährige Vater des Kindes hatte ihm den Fahrzeugschlüssel überlassen, um Gegenstände in den Kofferraum des Wagens zu laden, wie Polizeioberkommissar Dan von Rekowski von der Polizeiinspektion Neustadt bei Coburg berichtet.

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Der Junge hat beim Spielen den Knopf der Zentralverriegelung gedrückt und sich damit im Auto eingeschlossen. "Der Pkw stand in der Sonne und es waren bereits 28 Grad", heißt es im Polizeibericht. Laut wetterdienst.de hatte die nächstgelegene  Messstelle Lautertal-Oberlauter um 9 Uhr 27 Grad "im Schatten". Das bedeutet, dass die Temperatur in der Sonne mindestens 34 Grad betrug.

Da ein Ersatzschlüssel nicht greifbar war, verständigte der Vater die Feuerwehr. Die Feuerwehrleute schlugen eine Seitenscheibe ein und konnten das Kind unverletzt retten. Der Junge war laut Polizei für etwa 15 Minuten im Fahrzeug.

Was tun, wenn ein Kind im Auto eingschlossen ist?

Immer wieder wird von Fällen berichtet, in denen Kinder bei sommerlicher Hitze in Fahrzeugen eingeschlossen werden. Um derartige Situationen zu vermeiden, empfiehlt der ADAC, beim Verlassen des Autos sorgfältig zu prüfen, dass sich weder Insassen noch Fahrzeugschlüssel im Wagen befinden.

Darüber hinaus ist es ratsam, einen Reserveschlüssel getrennt aufzubewahren und Wohnungs- sowie Autoschlüssel nicht gemeinsam an einem Schlüsselbund zu führen.

Kommt es dennoch zu dem Fall, dass ein Kind allein in einem verschlossenen Fahrzeug zurückgelassen wird, ist umsichtiges und zügiges Handeln geboten. Zunächst sollte – soweit möglich – durch die Fensterscheibe festgestellt werden, ob das Kind bei Bewusstsein ist. Ist dies der Fall, gilt es, unverzüglich die Eltern oder andere Aufsichtspersonen ausfindig zu machen.

Lassen sich diese nicht zeitnah ermitteln und zeigt das Kind Anzeichen einer Überhitzung, ist umgehend der Notruf unter der Nummer 112 zu wählen. Befindet sich das Kind erkennbar nicht bei Bewusstsein, ist der Notruf ohne weiteren Aufschub abzusetzen.

Baby im Auto eingeschlossen: Notfalls muss man die Scheibe einschlagen

Bis zum Eintreffen von Polizei oder Rettungsdienst kann es in akuten Situationen erforderlich sein, eigenständig Hilfe zu leisten. Dazu gehört gegebenenfalls auch das Einschlagen einer Fahrzeugscheibe, um Zugang zum Innenraum zu erlangen. Über die konkrete Vorgehensweise können die Leitstellen von Polizei oder Feuerwehr telefonisch Anweisungen erteilen.

 Bei den Rödentaler Temperaturen entstehen bereits nach zehn Minuten im Innenraum von Fahrzeugen rund 38 Grad, nach 20 Minuten sind es 45 Grad und nach einer Stunde heizt sich die Luft auf gefährliche 55 bis 60 Grad auf. Die Scheiben wirken wie ein Gewächshaus. Dunkle Armaturen können sich sogar auf über 70 Grad erhitzen. Selbst leicht geöffnete Fenster schaffen keinen ausreichenden Luftaustausch und senken die Temperatur im Innenraum kaum.

Hohe Temperaturen können für Babys und Kleinkinder lebensgefährlich werden. Längere Fahrten mit kleineren Kindern sollten deshalb gut geplant werden, wie der ADAC empfiehlt. Es ist oft von Vorteil, die Fahrt in den kühlen Morgenstunden oder nachts zu beginnen, um die heißen Stunden am Tag zu meiden. In einem Auto mit Klimaanlage lässt sich meist eine angenehme Temperatur halten. Der direkte Luftzug sollte aber nicht auf das Baby gerichtet sein.