Rhönklub Breitungen 100 Jahre alt und hyperaktiv

Annett Recknagel

Staatssekretär Burkhard Vogel hat im Namen des Bundespräsidenten die Eichendorff-Plakette an den Rhönklub Zweigverein Breitungen übergeben. Der Zweigverein ist 100 Jahre alt und äußerst aktiv.

Rochus Rücker war völlig aus dem Häuschen. Zu Recht. Sein Verein, der Rhönklub Zweigverein Breitungen, hat die Eichendorff-Plakette verliehen bekommen. Das ist die höchste staatliche Auszeichnung für Gebirgs- und Wandervereine in Deutschland. Im Auftrag des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier übergab sie Staatssekretär Burkhard Vogel (Grüne) an Rochus Rücker und sagte: „Der Verein hat sie sich verdient.“

Der Verleihung voraus gegangen war eine Festrede des Vorsitzenden, in der er über die vielen, vielen Aktivitäten berichtete. 25 Ordner Chronik sprechen für sich. Dazu ein Wimpel mit zahlreichen Schleifen und Bändern, jede Menge Veröffentlichungen zur Breitunger Mundart. Jährlich ein prall gefüllter Veranstaltungskalender. Und natürlich die vielen Wanderungen. Wobei sich der Rhönklub Zweigverein Breitungen als Wander-, Naturschutz-, Traditions- und Kulturverein versteht, Geschichte lebendig erhält und das Brauchtum pflegt.

Gegründet wurde der Zweigverein Breitungen am 29. Dezember 1921, Erster Vorsitzender war Karl Georg Hilgenberg. Er führte von 1922 bis 1925 ein Merkbuch, das Rudi Horn in die heutige Schrift übertrug und in dem die Anfangszeit sehr gut nachvollziehbar ist. Schon in den 1920er Jahren wurde im Rhönklub sehr gerne und sehr viel gewandert, aber auch gemeinsame Rad-, Motorrad- und Bahnfahrten organisierte man.

Über die Folgejahre ist nur wenig bekannt. Nach dem Krieg wurde der Rhönklub verboten. Auch in der DDR-Zeit war das so. Die Arbeit lief über die Ortsgruppe des Kulturbundes. Bis 1957 gab es eine Verbindung zum Rhönklub nach Fulda.

Am 12. Januar 1999 wurde der Rhönklub Zweigverein Breitungen dann wieder gegründet. Erster Vorsitzer war Karl Dittmar. Von Anfang an war man ein Mehr-Sparten-Verein mit über 50 Veranstaltungen pro Jahr. Zwei bis drei Wanderungen im Monat waren Usus. Die Wandertreffen auf dem Pleß sind Kult.

Seit 1995 betreuen die Vereinsmitglieder die Wanderhütte auf dem Pleß. Seitdem der Turm auf dem Pleß steht, wird auch der betreut. Dazu kommen 38 Kilometer Wanderwege, die Breitunger Seen, der Burgplatz, die historische Kapelle, das Backhaus und auch die Jugend hat ihren Platz im Verein.

Weiter berichtete Rochus Rücker über zahlreiche Mundartabende, die Line-Dance-Gruppe und die Happy Dancer als jüngste Vereinsmitglieder. Ein sehr gutes Verhältnis pflegen die Rhönklub-Mitglieder zur Breitunger Regelschule. Einmal im Jahr geht man mit allen 400 Schülern auf Wanderschaft.

Als Dankeschön brachten einige Mädchen und Jungen zum Jubiläum musikalische Grüße. Unter Leitung von Lehrerin Uta Lüdecke zeigten sie ihre Talente in einem Programm, dass abwechslungsreich und vielfältig war.

Gezielt hatte es die Schülergruppe auf die Veranstaltung ausgerichtet und erzählte unter anderem vom kleinen Pleßhaus, vielen Wanderungen als Balsam für die Seele, aber auch vom eigenen Heimatort. Gedichte, die das langjährige Rhönklubmitglied Helmut Bachmann geschrieben hat, wurden vorgetragen. Dazu passende Lieder wie „Die Gedanken sind frei“, das Siebtklässlerin Luna sehr eindrucksvoll darbot. Viel Applaus bekamen auch die Percussiondarbietungen. Ein Höhepunkt war der Auftritt von Julia Renardy, die „Heute hier, morgen dort“ von Hannes Wader wunderbar spielte und sang.

Glückwünsche zum Jubiläum gab es auch von Landrätin Peggy Greiser und Bürgermeister Ronny Römhild. Letzterer lobte die Vereinsmitglieder bezüglich ihres Einsatzes bei gemeindlichen Veranstaltungen und wies noch einmal gesondert auf den 28. Thüringer Wandertag hin, der 2019 in Breitungen stattgefunden und dem alles gepasst hatte. Zudem erwähnte er das neueste Projekt des Rhönklubs mit Namen „Mit Luchsaugen zum Pleß“, für das der Landkreis Fördergelder zur Verfügung gestellt hat.

Gerhard Zimmer als Vizepräsident des Landesverbandes Deutscher Gebirgs- und Wandervereine lobte das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder. „Das Ehrenamt ist der Kitt für die Gesellschaft“, stellte er heraus. Die Arbeit des Zweigvereins in Breitungen erfolge in Größenordnungen, die ihresgleichen suchten.

Zum Jubiläum gab es auch Auszeichnungen verdienstvoller Mitglieder. Vorgenommen wurden die vom Präsidenten des Rhönklubs, Jürgen Reinhard.

 

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