Rhöner Bierkalender Dankeschön mit Schaum und Würze

So viel Bier für Horst Stroh? Der Kaltensundheimer hat einen der Adventskalender der Initiative „Wir sind Rhöner Bier“ gewonnen und wird ihn ganz sicher nicht allein leeren. Foto: Iris Friedrich

Horst Stroh ist kein alteingesessener Kaltensundheimer, kein gebürtiger Rhöner. Doch hat er für die Rhön schon jede Menge Schweiß vergossen, Ideen entwickelt – und Holz verarbeitet. Sein Verein hatte ihn deshalb als Gewinner für einen Rhöner Bierkalender vorgeschlagen.

„Die Kapp’“, wie der gebürtige Hesse sagt, die hat er nicht extra aufgesetzt. Nein, Horst Stroh ist auch, wenn er nicht gerade mit einem Rhöner Bierkalender überrascht wird, Träger entweder des dunkelgrünen Rhöner-Bierspezialitäten-Basecaps oder des ebenso passenden Käppis mit Rhönklub-Emblem. So kennt man ihn im Dorf Kaltensundheim, aus dem er heute nicht mehr wegzudenken ist – in das er aber erst 1999 kam. Mit seiner Dorle – „Dorothea“ sagt er nur, wenn’s ernst wird – war der Malermeister aus Sprendlingen in Hessen damals auf der Suche nach einem neuen, gemeinsamen Zuhause gewesen und hatte dieses im ziemlich maladen Koess-Hof in der Gerthäuser Straße gefunden.

Vor der Tür bleibt keiner

Das Anwesen wurde wieder hergerichtet, am 6. November 1999 bezogen und schon bald darauf zu einem Treffpunkt für viele. Denn Horst Stroh und Dorle Pfaff halten ihre Türen und Tore offen – zum Sonnenwendfeuer wird natürlich auf ihren Hof eingeladen, die Tenne dient als Gymnastikraum, hier wird gebastelt und gefeiert – und überhaupt: Vor der Tür bleibt bei ihnen keiner, der klingelt. „In seiner ausgebauten Scheune lädt er zum Basteln und Spielen ein. Er denkt sich wahnsinnig gute Spiele für Bewegung und Spaß bei Veranstaltungen aus. Dabei kommt es auch gern mal zur Verkostung seiner selbsthergestellten vorzüglichen Fruchtweine, -liköre und -schnäpse“, hat Karin Dübener, die Vorsitzende des Rhönklub-Zweigvereins Kaltensundheim, in ihrer Bewerbung um den Bier-Adventskalender der Initiative„Wir sind Rhöner Bier“ geschrieben.

Womit wir wieder bei der Rhönklub-Kappe sind: Horst Stroh trägt sie nicht von Ungefähr. „Er ist eines der aktivsten (auch Vorstands-)Mitglieder im Rhönklubzweigverein“, hat Karin Dübener geschrieben. „Dabei wollten wir, als wir in die Rhön kamen, gar nicht mehr so viel in Vereinen machen", blickt Dorle Pfaff zurück. Denn das hatten beide zuvor in Hessen jahrelang und mit großer Intensität getan. Horst Stroh war in Sprendlingen/Dreieich Vorsitzender im Handball-Sportverein. „Aber wie das so ist, kaum waren wir hier, waren wir in den Rhönklub eingeladen und Horst hatte gleich wieder einen Posten“, schmunzelt Dorle Pfaff. Von Vereinsmüdigkeit war also doch keine Spur, „es hat Spaß gemacht“.

Die Rhönklub-Leute kennen Horst Stroh als umtriebig und als ziemlich kreativ beim Basteln mit Holz und Naturmaterialien. Viele haben einen „Original Horst-Pokal“ als selbstgebauten Preis bei vereinsinternen Wettkämpfen in ihrem Schrank. Verarbeitet wird bei Horst Stroh übrigens so ziemlich alles, was nach Holz aussieht.

In einer Boccia- und Kegelgruppe hat der mittlerweile 83-Jährige Kaltensundheimer um sich geschart und leitet die Boccia-Männer, auch wenn es ihm körperlich nicht mehr immer leichtfällt. Und so ist es kein Wunder, dass die 24 schäumenden Flaschen aus Brauereien der hessischen, bayerischen und natürlich der thüringischen Rhön wohl mitnichten die Kehle von Horst Stroh allein herunterrinnen werden. Die Boccia-Brüder werden ihm dabei sicherlich helfen dürfen ...

Bänke pflegen – und Kontakte

Und was hat es mit den Arbeitseinsätzen auf sich, die Karin Dübener in ihrer Bewerbung erwähnt hat? „Wir haben zwölf Sitzgelegenheiten vom Rhönklub in der Umgebung unseres Dorfes – Einzel- oder auch Doppelbank-Kombinationen – aufgestellt“, erzählt Horst Stroh. Und die müssen über die Jahre eben betreut und gepflegt werden. Als „Holzwurm“ und als Maler, als Kümmerer sowieso, ist Horst Stroh immer dabei. Gerade ist eine ganz neue Bank auf dem Weg zum Leichelberg gebaut und aufgestellt worden.

Neben den Hütten und Bänken rund um Kaltensundheim pflegt er auch „ein unheimlich gutes soziales Netzwerk zu verschiedenen öffentlichen Einrichtungen“, nennt die Vorsitzende des Rhönklub-Zweigvereins Kaltensundheim eine weitere Eigenschaft ihres Vorstandsmitstreiters, auf die sie nicht verzichten möchte. Als Öffentlichkeits-Verantwortlicher kümmert er sich eben auch darum, dass der Rhönklub mit seiner Arbeit nach außen sichtbar ist.

Mittlerweile brauchen Horst Stroh und Dorle Pfaff bei ihrem großen Anwesen und all der Arbeit nun selbst schon Unterstützung, die sie von der – aus der Ferne anreisenden – Familie erhalten. Die Arbeit im Verein legen sie trotzdem nicht auf Eis. Dass sie in die Rhön, nach Kaltensundheim, gekommen sind und nun auch hier ihren Lebensabend verbringen, das haben sie übrigens nie bereut, sagen die beiden.

Autor

 

Bilder