Rettungsaktion in den USA Ranger befreien Hirsch von Autoreifen

Bereits im Juli 2019 war der Wapiti-Hirsch mit einem Autoreifen um den Hals gesichtet worden. Nun haben Wildhüter den Bullen befreit. Foto: Colorado Parks and Wildlife

Mindestens zwei Jahre lang hat ein Hirsch in den USA einen kiloschweren Autoreifen mit sich herumgetragen. Nun haben Ranger das Tier von der Last befreit.

Stuttgart - Nach mehr als zwei Jahren ist ein Hirsch endlich sein kiloschweres Halsband losgeworden: Am Samstag haben Wildhüter im US-Bundesstaat Colorado den Bullen von einem Autoreifen befreit, den sich das Tier über den Kopf gestülpt hatte. Den Reifen trug es mindestens zwei Jahre mit sich herum, wie es in einer Mitteilung der zuständigen Parkbehörde Colorado Parks and Wildlife heißt.

Schon Aufnahmen von Kamerafallen im Juli 2019 zeigen, wie der Hirsch den Gummireifen mit sich herumschleppt. Bisher sei es aber nicht möglich gewesen, das Tier aufzuspüren, teilte das Parkmanagement am Montag mit. Vier Versuche waren allein im Mai und Juni dieses Jahres gescheitert.

Am Wochenende ist die Befreiungsaktion gelungen. Die Tierschützer spürten den etwa viereinhalb Jahre alten und rund 270 Kilogramm schweren Hirsch südöstlich von Denver auf, nachdem ein Anwohner den Bullen gesichtet und den Rangern gemeldet hatte.

Dem Bericht zufolge stellten die Wildhüter das Tier zunächst mit einem Betäubungsschuss ruhig. Schließlich sägten Parkmitarbeiter das Geweih ab, um den Reifen über den Hals zu ziehen.

Wildhüter Scott Murdoch habe keine andere Möglichkeit gesehen. „Wir hätten lieber den Reifen aufgeschnitten und ihm das Geweih für die Paarungszeit gelassen, aber es musste schnell gehen in der Situation, und wir mussten den Reifen irgendwie herunter bekommen“, wird Murdoch in dem Bericht zitiert. Die Dosis des Betäubungsmittels sei bewusst niedrig eingestellt gewesen, damit das Tier wenige Minuten später wieder zu seiner Herde zurückkehren konnte.

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Die Wildhüter gehen davon aus, dass sich der Hirsch den Reifen über den Kopf gestreift hatte, als er noch kleiner war oder das Geweih im Winter abgeworfen hatte. Die Ranger seien überrascht gewesen, dass der Bulle nur leichte Verletzungen von dem Reifen davongetragen habe. Das Gummi habe das Fell an einer Stelle leicht abgerieben und eine münzgroße Wunde hinterlassen. Dabei hätten allein der Dreck und die Piniennadeln, die sich im Laufe der Zeit im Reifen angesammelt hatten, rund fünf Kilogramm gewogen.

Die Ranger rufen Bürgerinnen und Bürger in der Nähe der Parks dazu auf, möglichst auf Schaukeln, Hängematten, Wäscheleinen und Tornetze zu verzichten. Das seien Hindernisse für Wildtiere, die sich darin verfangen und verletzen könnten.

 

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