Rettet die Burg Krüge sollen die Spendenkasse füllen

Neun der Bierkrüge hat Burgvogt Stephan Herwig signiert, sie gehen als Sonderedition in den Weihnachtsverkauf in der Tourist-Info. Foto: privat

Die Marketing-Offensive zu Gunsten der Hallenburg geht weiter. Jetzt gibt es zu Brot und Hallenburgbräu die passenden Krüge – ein Teil der Einnahmen soll erneut in die Sicherung der Ruine fließen.

Steinbach-Hallenberg - Ein Bierteigbrot der Steinbach-Hallenberger Bäckerei Marr und das Hallenburgbräu aus der Schmalkalder Braumanufaktur gibt es bereits. Nun kommen die passenden Bierkrüge dazu, handgemacht aus rotem Ton, jedes Stück ein Unikat, sagt Bürgermeister Markus Böttcher. Die Idee sei schon vor einiger Zeit aufgekommen. „Wie dringend wir Krüge brauchen, wurde nicht nur mir bewusst, als wir zur Eröffnung der Kirmes im Heimathof das Hallenburgbräu in Gläser füllen mussten“, sagt er.

Erfreulich sei auch, dass die Tonkrüge aus dem Haseltal kommen, nämlich aus Bermbach, wo sie von Ralf, Doreen und Rebecca Goll getöpfert werden. Töpfern sei das Hobby der Familie und Besuchern des Ostermarktes im Heimathof dürfte ihre Produkte bereits aufgefallen sein. Der Clou, der die Krüge zu Einzelstücken macht: Sie werden ohne Drehscheibe gefertigt. Ein halber Liter passen aber hinein, versichert er.

Allen drei Produkten ist gemein, dass ein Teil der Einnahmen in die Sanierung der Burg fließen soll. Angesichts dringender Aufgaben der Stadt, von Kindergärten bis Straßenbau, muss die Kämmerei jeden Cent zweimal rumdrehen, bevor er in die Sicherung des ruinösen Wahrzeichens fließen kann.

Nichtsdestotrotz liege die Burg den Menschen am Herzen, was die bereits eingegangenen Spenden der Aktion „Rettet die Burg“ zeigen, so Böttcher. So fließen von jedem Hallburgbrot 25 Cent in das Projekt, beim Hallenburgbräu sei je Flasche 1 Euro. Die ersten beiden Chargen seien so schnell verkauft worden, dass es für die nächste Runde bereits eine Warteliste gebe. Sie soll in Kürze verfügbar sein. Alleine mit Bier und Brot seien bis Ende September bereits 663 Euro für den Erhalt eingegangen. Angesichts der Kostenschätzung von rund 120 Tausend Euro für die noch ausstehenden Sicherungsmaßnahmen erscheine das nicht viel. Doch es gehe um mehr, sagt auch Burgvogt Stephan Herwig, der sich über das neuerliche Engagement besonders freut. Durch die Aktionen werden mehr Menschen aufmerksam und vielen jetzt erst bewusst, dass etwas getan werden muss, wenn die Ruine erhalten bleiben soll. „Nun gibt es noch die Bierkrüge dazu – neun davon mit einem persönlichen Gruß vom Burgvogt und der hat mit Blick auf die Advents- und Weihnachtszeit auch noch was Besonderes in petto“, wirbt Stephan Herwig.

Getöpfert werde bei den Golls am Küchentisch. Künftig übrigens in einem über hundert Jahre alten Fachwerkhaus, dass sie im vergangenen Jahr erwarben und die Familie zum Umzug von der Kernstadt in den Ortsteil Bermbach bewog. Dort soll künftig getöpfert werden. Wie gehabt entstünden die Krüge bei Kaffee, Bier und Plauderei genau so, wie es hätte sein können, als noch die Burgherren das Steinbach-Hallenberger Wahrzeichen bewohnten, schwelgt der Burgvogt.

Bevor die Krüge in den Brennofen kommen, werde das Hallenburg-Motiv aus Ton aufgesetzt und ganz zum Schluss kommt mit Engobe – einer Art Tonschrift – der Schriftzug drauf. Nach dem Trocknen werden sie zum ersten Mal gebrannt, erklärt Ralf Goll. Anschließend werde die Glasur aufgetragen bevor sie dann bei über 1200 Grad Celsius zum finalen Brand in den Ofen kommen.

„Krüge wie im Mittelalter“, so habe er sich beim Anblick der ersten Charge gefreut, so Herwig weiter. Als er den Schriftzug auf die Krüge der Sonder-Edition auftragen wollte, habe er feststellen müssen, wie schwierig das sei. Der erste Versuch sei gleich mal in die Hose gegangen und er habe von vorne angefangen. Auch das Stadtoberhaupt habe die Technik neugierig gemacht.

„Wer weiß, vielleicht gibt es ja bald eine Sonder-Bierkrug-Edition mit einem Gruß vom Bürgermeister“, schmunzelt Böttcher. So lange der Vorrat reicht, seien die Krüge nun, zum Stückpreis von je 18 Euro, in der Tourist-Info in Steinbach-Hallenberg erhältlich. Drei Euro gehen davon direkt in die Spendenkasse zum Erhalt der Hallenburg.

Janine Holz bietet in der Tourist-Info auch Pakete mit einer Flasche Hallenburgbräu zum Preis von 25 Euro an, sagt die Tourismuschefin und hofft auf einen Boom zum Weihnachtsgeschäft.

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