Wirtschaftswissenschaftler und Arbeitsmarktforscher trieb das Phänomen zur Verzweiflung. Sie gaben ihm sogar einen eigenen Namen. In den 1990er-Jahren, als die Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland ihren Höhepunkt erreichte, sprachen sie von der „ungesunden Erwerbsneigung der ostdeutschen Frau“. Die gestelzte Formulierung sollte eine – aus meist männlicher Sicht – ganz einfache Lösung für das Problem der Massenarbeitslosigkeit in den jungen Bundesländern liefern: Wenn die Frauen sich endlich wieder mit einer Rolle als Hausfrau zufriedengeben würden, dann wäre das Problem der hohen Arbeitslosenzahlen gelöst, so die Überlegung der Wissenschaftler.