Franziska Hellmann aus Floh-Seligenthal
Ich bin jetzt zum dritten Mal beim Rennsteiglauf dabei. Dass diesmal der Birxsteig, gleich nach dem Start auf uns wartet, finde ich schon aufregend. Das ist mal ne neue Strecke. Aber als ganz normale Freizeitläuferin graut mir ein bisschen davor. Denn das Laufen mache ich wirklich nur zum Spaß. Ich bin mit meiner Schwester hier, die extra aus Österreich angereist ist.
Thilo Bennecke aus Berlin
Das heute ist mein zweiter Rennsteiglauf. Vor drei Jahren war ich schon mal hier. Schon damals ist mir aufgefallen, dass die Helfer alle so freundlich sind, alle lächeln, die Stimmung ist super. Das ist mir in toller Erinnerung geblieben. Ganz ehrlich, den Birxsteig kenne ich noch nicht. Aber ich habe dennoch großen Respekt davor. Denn ich schaue mir vor jedem Lauf das Höhenprofil der Strecke an. Aber ich gehe gelassen ran. Einfach laufen lassen und gucken, dass die Oberschenkel mitmachen.
Anja Rudolph aus Erfurt
Heute ist es fast schon kälter als sonst zum Biathlon in Oberhof. Ich bin jetzt zum 13. Mal beim Rennsteiglauf dabei. Und ich freue mich richtig drauf, zum ersten Mal auf der Strecke zu laufen, auf der sonst die Profis unterwegs sind und wo sie angefeuert werden. Einen Hauch Respekt habe ich durchaus. Wie es sich den Birx hoch laufen lässt, das wird die große Überraschung für mich werden. Zum Training habe ich mir in Erfurt extra so einen ähnlichen Berg gesucht.
Früher gab es Bier statt Schleim für die Läufer
Was dem einen Läufer sein isotonisches Getränk ist, ist dem anderen sein Schleim. Die Helfer am Grenzadler kennen die Vorlieben der Rennsteiglauf-Teilnehmer.
„Beim ersten Lauf, 1973, da wurden vier oder fünf Hektoliter Bier raus gelassen“, erinnert sich Friedhelm Wagner. Und zwar für die Läufer. „Es gab aber auch Tee.“ Er muss es wissen. Schließlich war er damals dabei, als der Rennsteiglauf ins Leben gerufen wurde. Damals haben die Eltern der jetzigen Helfergruppe aus Oberschönau, die sich Interessengemeinschaft Manfred Gießler nennt, die Versorgung der Teilnehmer übernommen. „Die haben es angefangen und wir machen es weiter. Und so machen es unsere Kinder auch“, sagt eine der Frauen. Selbst Freunde aus Dessau lassen es sich nicht nehmen, jedes Jahr an den Rennsteig zu kommen und helfend einzugreifen. Egal, was gerade für Oberhof-Wetter herrscht.
Während in der Anfangszeit lediglich Zelte oder Container als Versorgungsstützpunkt für die Super-Marathonis aufgestellt wurden, geht es heute weitaus bequemer zu. Das neue Funktionsgebäude im Grenzadler dient als Stützpunkt. Hier können die 25 Helfer bequem alles vorbereiten. Fett- und Wurstbrote werden geschmiert, Zitronen geschnitten, Tee gekocht... Der berühmte Schleim wird fertig geliefert. Aus was es gezaubert wird, dieses energiehaltige Getränk, das bleibt auch weiterhin ein Geheimnis. Friedhelm Wagner verrät nur so viel: „Es sind auch Himbeeren drin.“
Für 1200 Läufer muss freilich einiges auf den Tischen bereit stehen. Diesmal sind es 300 Liter Tee, 100 Liter Suppe, fünf Kisten Bananen, acht Kisten Äpfel und 80 Liter Schleim. Lange bleiben die Teilnehmer nicht. Sie meisten wollen ihre Platzierung behalten. Fix was in den Mund schieben und schon geht es weiter. Aber mit den Letzten lässt sich schon mal ein kurzer Plausch machen, freut sich Friedhelm Wagner auf diese besonderen Momente.
Wer so viele Jahre wie er dabei ist, der kennt auch die verrücktesten Helfer-Geschichten. Beispielsweise die mit der Kuh. Mittendrin sei das Tier vor ein paar Jahren mitgelaufen. Wahrscheinlich, so vermuten die Oberschönauer, sei es an der Struth von ihrer Herde getrennt worden und habe sich dann als Rennsteigläuferin betätigt. Die Helfer hätten sie damals einfach am Grenzadler angepflockt, bis der Halter am Nachmittag seine Renn-Kuh abgeholt hätte.