Rennrodel-Weltcup Geisenberger holt 50. Weltcup-Sieg

Zwei Wochen vor der Heim-WM ist der Knoten bei Natalie Geisenberger (Miesbach) mit einem lauten Knall geplatzt. Nach acht zweiten Plätzen in acht Saisonrennen feierte die einstige Dominatorin in Oberhof ihren ersten Sieg nach der Rückkehr aus der Babypause, den ersten seit 694 Tagen - und ganz nebenbei ihren 50. im Weltcup.

Oberhof - Zwei Wochen vor der Heim-WM ist der Knoten bei Natalie Geisenberger (Miesbach) mit einem lauten Knall geplatzt. Nach acht zweiten Plätzen in acht Saisonrennen feierte die einstige Dominatorin in Oberhof ihren ersten Sieg nach der Rückkehr aus der Babypause, den ersten seit 694 Tagen - und ganz nebenbei ihren 50. im Weltcup.

Die Olympiasiegerin gewann am Sonntag mit mehr als zwei Zehntelsekunden Vorsprung vor der Österreicherin Madeleine Egle und ihrer überraschend starken Teamkollegin Anna Berreiter (Berchtesgaden). Vizeweltmeisterin Julia Taubitz (Oberwiesenthal) musste sich im Kampf um das Podest auf der Heimbahn dagegen auch der internationalen Konkurrenz geschlagen geben. Sie wurde Fünfte hinter Europameisterin Tatjana Iwanowa aus Russland, war aber nach dem Rennen nicht unzufrieden und meinte: „Es geht langsam in die richtige Richtung bei mir. Vielleicht werden die Bahn und ich ja doch noch Freunde.“

Im Endspurt zur WM auf ihrer Hausbahn am Königssee (29. bis 31. Januar) schüttelte Geisenberger damit doch noch den Status als „ewige“ Zweite ab - der ja eigentlich gar kein Makel war: Erst im Mai hatte die 32-Jährige ihren ersten Sohn zur Welt gebracht und war gleich mit Saisonstart Ende November äußerst konkurrenzfähig.

Nach mehr als einjähriger Pause schloss sie acht Rennen inklusive der EM auf Rang zwei ab. In der Gesamtwertung führt Geisenberger dank ihrer Konstanz vor Taubitz, die in dieser Saison bereits fünfmal gewann.

Die Ilmenauerin Dajana Eitberger (Ilmenau/+0,717) wurde Elfe auf ihrer Heimbahn und resümierte: „So langsam geht die Saison an die Substanz. Das hat ja schon die erste Startzeit gezeigt. Ich freue mich jetzt auf den 6. Februar; da werden die Taschen zum letzten Mal gepackt“, meinte sie in Bezug auf das Saisonende.

Die Vorzeichen für die WM sind aus deutscher Sicht blendend. Denn Felix Loch, in den vergangenen Jahren regelmäßig zu langsam für die Weltspitze, zeigt in diesem Winter altbekannte Dominanz - oder sogar etwas mehr. Am Samstag holte er im siebten Einzel-Rennen des Winters den siebten Sieg. „Ich kann mich nicht erinnern, dass es am Stück schon mal so gelaufen ist“, sagte Loch in der ARD.

Nur die deutschen Doppelsitzer mussten sich erneut den in dieser Saison so starken Österreichern Thomas Steu/Lorenz Koller geschlagen geben. Die Gesamtführenden feierten ihren vierten Saisonsieg und ließen die Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee) um neun Tausendstelsekunden hinter sich.

 

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