Rennrodeln „Merle ist unsere Überfliegerin“

Überfliegerin: Merle Fräbel gehört von nun an zum deutschen Weltcupteam. Foto: Gerhard König/Gerhard König

Mit der festen Nominierung für das deutsche Rennrodelteam sorgen Merle Fräbel und David Nößler für Überraschungen.

Merle Fräbel und David Nößler haben sich einen Platz im Weltcup-Team der deutschen Rennrodler erobert. Die erst 19 Jahre alte Fräbel vom Rodelteam Suhl hatte am Samstag das dritte von vier Qualifikationsrennen in Oberhof gewonnen, es war ihr insgesamt dritter Erfolg. Neben ihr nominierte Chefbundestrainer Norbert Loch auch die gebürtige Ilmenauerin Dajana Eitberger, die Olympia-Zweite Anna Berreiter und Julia Taubitz, die in Oberhof lebt und trainiert.

„Wir haben sie bewusst mit in die Spitzengruppe genommen, und sie hat das bestätigt“, sagte Loch über Fräbel: „Merle ist von null auf hundert durchgestartet, das war sehr stark.“ Fräbel war im ersten Selektionsrennen in Winterberg noch auf dem letzten Platz gelandet. „Merle ist unsere Überfliegerin. Ich erwarte nicht, dass sie den Gesamtweltcup gewinnt“, sagte Oberhofs Stützpunkttrainer Jan Eichhorn: „Aber vielleicht ist ein WM-Startplatz für Oberhof drin.“

David Nößler vom RSV Schmalkalden, auch erst 21 Jahre alt, durfte in der vergangenen Saison zwar schon beim Weltcup in Oberhof an den Start gehen, dauerhaft zum Team zu gehören, ist aber auch für ihn neu. „Nach seiner Fußverletzung musste er sich auch mental wieder zurückkämpfen, deshalb freut es mich umso mehr für ihn“, so Eichhorn.

Wie erwartet wird das Aufgebot der Männer vom Rekordweltmeister und mehrfachen Olympiasieger Felix Loch aus Berchtesgaden angeführt, der 23-jährige Friedrichrodaer Max Langenhan, der wegen einer Handgelenksfraktur die Rennen in Oberhof nicht bestreiten konnte, ist ebenfalls erneut dabei, allerdings zunächst nur fest für die ersten drei Weltcups. Über den vierten Startplatz entscheidet Norbert Loch nach weiteren speziellen Vorbereitungslehrgängen in Innsbruck/Igls, Oberhof und Altenberg. Dabei wird auch der Suhler Sebastian Bley, der schon Weltcup-Erfahrungen hat, jedoch am Samstag stürzte, eine weitere Chance erhalten. Er muss sich mit Mathis Ertel (Altenberg) und Timon Grancagnolo (Chemnitz) um den letzten freien Platz streiten.

Der letzte Platz bei den männlichen Doppelsitzern wird ebenfalls in weiteren Rennen ausgefahren. Neben den gesetzten Olympiasiegern Tobias Wendl/Tobias Arlt und den Silbermedaillengewinnern Toni Eggert/Sascha Benecken – sie gewannen in Oberhof am Freitag und Samstag – dürfen sich auch die Zella-Mehliser Hannes Orlamünder/Paul Gubitz Hoffnungen machen. Im nun ausstehenden Stechen müssen sie vor den Winterbergern Robin Geueke/David Gamm landen.

Bis zum Jahreswechsel

Im Damen-Doppel werden Jessica Degenhardt und Cheyenne Rosenthal für Deutschland starten. Das Duo hatte bei der WM-Premiere 2022 in Winterberg Gold gewonnen und startet nun in seinen ersten Weltcup-Winter. Das Thüringer Duo Luisa Romanenko/Pauline Patz war vom schweren Sturz Romanenkos bei Trainingsfahrten in Oberhof ausgebremst worden, bei dem Romanenko Frakturen an beiden Beinen erlitt.

Die Nominierungen gelten zunächst mindestens bis zum Jahreswechsel, also für die Weltcups in Innsbruck (3./4. Dezember), Whistler (10./11. Dezember) und Park City (16./17. Dezember).

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