Rennrodel-WM am Königssee „Leistungssport par excellence“

Das pure Glück: Toni Eggert und Sascha Benecken. Foto: picture alliance/dpa/Tobias Hase

Gold für Thüringen: Das Rennrodel-Doppel Eggert/Benecken ist zum vierten Mal Weltmeister.

Königssee - Die Rodel-Doppelsitzer Toni Eggert und Sascha Benecken (Ilsenburg/Suhl) haben zum vierten Mal in Serie den WM-Titel gewonnen und zählen nun zur Riege der Rekord-Weltmeister. Die Thüringer setzten sich am Samstag am Königssee vor den Lokalmatadoren Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee) durch, nach zwei Läufen trennten die Dauerrivalen anderthalb Zehntelsekunden. Noch nach dem ersten Durchgang hatte der Abstand bei lediglich zwei Tausendsteln gelegen.

„Wir hatten nicht den besten Saisonstart, es gab einige Rückschläge“, sagte Eggert: „Aber wir haben uns gefragt, was wir falsch machen, viel Aufwand betrieben, um es besser hinzubekommen. Und hier hat es jetzt zum ersten Mal in diesem Winter richtig geklappt.“

In den letzten Jahren hatte das Thüringer Duo immer wieder mit Problemen und Verletzungen zu kämpfen. Auch in dieser Saison: Ende 2020 stürzten sie bei der Deutschen Meisterschaft am Königssee. Bei diesem Sturz zog sich Sascha Benecken ein Schleudertrauma zu. Vor den nationalen Titelwettkämpfen bekam das Duo außerdem ein positives Corona-Ergebnis. Wohl auch deshalb sagte Benecken mit Blick auf die nächste Saison und die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking, dass er sich einfach mal eine „ganz stinknormale Vorbereitung“ wünsche – „ohne Corona, ohne Brüche, ohne Stürze“. Für den Suhler war die Fahrt zu Gold am Samstag „Leistungssport par excellence“.

Orlamünder/Gubitz auf Rang zehn

Als Dritte holten die lettischen Brüder Andris und Juris Sics ihre erste WM-Medaille, um den Sieg fuhren aber nur die beiden deutschen Duos: Sics/Sics lagen als erste Verfolger bereits mehr als eine halbe Sekunde zurück. Hannes Orlamünder/Paul Gubitz (Zella-Mehlis) landeten bei ihrem WM-Debüt auf Rang zehn.

Bundestrainer Norbert Loch zeigte sich „hochzufrieden“, gerade mit Blick auf den bislang schwierigen Winter, „in dem wir bei den Doppelsitzern ein Auf und Ab hatten, in dem es auch Stürze der beiden gab“. Wendl blickte zurück auf „zwei sehr gute Läufe, mehr war für uns dann nicht drin.“

Wendl und Arlt hatten 2014 und 2018 Olympia-Gold geholt und waren dreimal Weltmeister (2013 bis 2016). Seit einigen Jahren gehört die WM-Bühne aber Eggert/Benecken. Mit dem vierten Titel schlossen sie nun zu den deutschen Duos Stefan Krauße/Jan Behrendt (zwischen 1989 und 1995) und Patric Leitner/Alexander Resch (zwischen 1999 und 2007) auf. Erfolgreicher war bislang kein Doppel.

 

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