Geballte Kreativität Rekord-Jahresausstellung im Coburger Kunstverein

Im Kunstverein beginnt die Jahresausstellung JA2021. Den Besucher erwartet eine breite Palette unterschiedlicher Kunst. Und ein Rekord.

Coburg - Munter rattert die rote Straßenbahn durch das Foto, werden zarte Frauenkörper in gläsernen Kuben mit der Kamera festgehalten, glitzern die Tautropfen auf leuchtenden Blüten. Fotografien in kräftigen Farben, doch auch eindrucksvolle Schwarz-Weiß-Aufnahmen laden die Besucher zum Betrachten und Innehalten ein. In der Nachbarnische wird es bunt und fröhlich. In naiver Manier präsentieren sich Porträts und Tiere im Großformat auf Leinwand. Und wiederum ein paar Meter weiter grinst die schillernde Skulpturen-Muse frech vom Podest, ganz so, als wolle sie augenzwinkernd über die geballte Kreativität wachen, die sich ihr ganz ungeniert ihren Augen bietet.

Am 20. November öffnet der Coburger Kunstverein e. V. wieder real seine Pforten für die Jahresausstellung, die im vergangenen Jahr den Pandemie-Bestimmungen zum Opfer fiel und leider nur virtuell bewundert werden konnte. 2021 können Besucher (hoffentlich auch weiterhin) die Werke in Coburg und Umgebung geborener und lebender Künstler sowie Mitglieder des Kunstvereins besichtigen.

Erster Vorsitzender Joachim Goslar freut sich über das bunte Miteinander und die unglaubliche Vielfalt der Zeichnungen, Aquarelle, Öl- und Acrylgemälde sowie Fotografien, Installationen und Skulpturen, die ausgestellt werden: „Es ist toll, dass Profis und Laien gemeinsam die Ausstellung bilden. Es ist ein wunderbares Kollektiv, und wirklich niemand muss sich verstecken“, formuliert er strahlend und fügt sinnierend hinzu: „Gerade in diesen Zeiten schafft es Kunst, der Seele Befriedigung zu verleihen.“

Und gerade in dieser schwierigen Zeit verzeichnet die Exposition einen Rekord: 190 Künstlerinnen und Künstler beteiligen sich mit insgesamt 230 Arbeiten. Der jüngste Teilnehmer, Ludwig Illies, zählt gerade einmal 16 Jahre, die älteste Kunstschaffende 94. Unverkennbar sind die Arbeiten der wiederholt teilnehmenden Künstler wie die Steinzeug-Kreationen von Nicola Gottfried, die schräg-witzigen Beton-Stahl-Skulpturen von Hannes Zips, die Acrylgemälde von Heide Kunze-Lysek oder die Filzinstallationen mit Blattgold von Irene Reinhardt. Doch auch neben diesen Profis gibt es viel zu entdecken. Dank einer geschickten Aufbaustruktur verliert sich die Vielfalt auch nicht in Unübersichtlichkeit, sondern bietet die Möglichkeit, kreatives Schaffen entspannt und geordnet zu genießen.

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