Reime und Musik Nikolaus im Abenteuerland

Fröhliche Stimmung herrschte am zweiten Advent in Mönchsberg. Foto: K. Rückert

In Gottes freier Natur beging man am zweiten Advent in Mönchsberg die Waldweihnacht, anders zwar, aber mit einer großen Dankbarkeit dafür, dass es überhaupt möglich ist.

Mönchsberg - „Dös nier reichend“, so Hans-Kurt Ebert, darüber könnte man sich schon mächtig freuen. Die aktuelle Situation fordert Verzicht auf wirkliches Beisammensein und auch auf die Leckereien, die es sonst zur Waldweihnacht in Mönchsberg jedes Jahr gibt. Dennoch soll ein kleiner Gottesdienst gefeiert werden, mit dem nötigen und so wichtigen Abstand und anschließend gehen „alle hungrig heim, dass das Virus kehrt bei Euch nicht ein“. So reimt sich Hans-Kurt Ebert durch die Minuten, die die Menschen an diesem Nikolaussonntag im „Abenteuerland“ miteinander verbringen.

Der gemeinnützige Verein Lebenswasser e.V. führt das Abenteuerland in Mönchsberg und gestaltet den Nachmittag mit Stimme und Musik. Beate Gundermann, Beate Sommer, Petra Pawletta und Andreas Eimecke stellen sozusagen den Backroundchor für Hans-Kurt Ebert, der den Ruperich spielt, der sich gar traurig zeigt über die Entwicklungen der letzten Zeit. Fragt er sich doch, ob den Menschen noch bewusst sei, dass man im Advent zusammenkommen soll, um das Licht zu entzünden, bei Musik oder Ruhe beisammen zu sein und zu gedenken, „dass das Alles doch mit Jesu Geburt zu tun hat“.

In früherer Zeit habe er im Advent eine stressige Zeit erlebt, musste er doch mit seinen Wichteln kräftig arbeiten, dass alle Geschenke für die Kinder zum Heiligen Abend fertig wurden. Dann konnte er von Haus zu Haus ziehen und diese verteilen und hat sich nie beschwert. Hat er das alles doch sehr gerne getan. Heutzutage aber kann sich doch fast jeder fast alles kaufen und wird dennoch nicht glücklich. „Ich habe damals einmal vom Ruperich eine Mundharmonika geschenkt bekommen und schaut her – ich habe sie immer noch“, so Hans-Kurt alias Ruperich vom Abenteuerland.

Alsbald beginnt er auf dieser zu spielen und Gitarren und Stimmen kommen hinzu. In der Stille des Waldes während die Sonne untergeht, singt man gemeinsam „Guten Abend, schön’ Abend“. Der Ruperich wurde also überflüssig, man brauchte ihn nicht mehr, was ihn einsam machte. Am vergangenen Sonntag dann, zum zweiten Advent, schnappt er sich seinen Mantel, streift umher, auf der Suche nach Menschen, die sich um die Bedeutung der Adventszeit bewusst sind, beisammensitzen und ihn vielleicht auch einlassen. Als er die Gitarrentöne aus dem Abenteuerland vernimmt, erfüllt ihn ein großes Glück und er gesellt sich hinzu.

„Braucht es doch eine leere Hand, um etwas empfangen zu können“ liest Hans-Kurt Ebert aus einer Geschichte vor. „Der Griff nach dem Strohhalm“ lautete der Titel und soll die Besucher am zweiten Adventssonntag darauf besinnen, dass das Jesuskind, welches in die Krippe gelegt wurde, den Menschen der oft rettende Strohhalm sei. Eben aus diesem Grund erhält jeder Besucher diese Geschichte, zusammen mit einem Strohhalm, einem wirklichen Halm aus Stroh. Und natürlich gehen auch die Kinder nicht leer aus. Jutesäckchen mit Mandarine, einer süßen Kleinigkeit und der Weihnachtsgeschichte darin sind vorbereitet.

Mit frohem Mut und einem Lächeln verabschiedet man sich aus dem Abenteuerland in einen hoffentlich ruhigen und besinnlichen Restadvent.

Beate Sommer, eine der Vereinsvorstände, berichtet zum aktuellen Stand der Bauarbeiten im Abenteuerland, dass durch die Bewilligung von Lottomitteln die Küche eingebaut werden konnte, was alle sehr glücklich stimmt. Weiterhin ist der Verein auf Spenden angewiesen und über solche sehr dankbar.

Johannes Heinrich, Pfarrer der Kirchgemeinde Wolkenrasen und ebenfalls Vorstand im Verein, möchte schon einmal ankündigen, dass es zum Heiligabend in der Wolke 14 wahrscheinlich drei Gottesdienste geben wird. Zu diesen wird es nötig sein, sich vorab anzumelden. Weitere Informationen wird es zeitnah geben.

 
 

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