Am Ende der Mitgliederversammlung des Südthüringer Regionalbauernverbandes legte Albert Seifert seinen Berufskollegen in Reurieth ans Herz, sich in diesem Jahr auch mal mit der Geschichte zu befassen. Immerhin steht 2025 mit „500 Jahre Bauernkrieg“ ein besonderes Ereignis im Fokus. Zahlreiche Ausstellungen seien in den regionalen Museen vorbereitet, interessante Vorträge gebe es ebenso. „Es lohnt sich, einmal zurück zu blicken und sich mit den Ursachen von einst zu befassen“, sagte der langjährige Milzer Agrarchef, der heute bei den Landsenioren engagiert ist. Manch einer der Jüngeren werde erstaunt sein, wenn er sich mit den Gründen für die Kämpfe in jener Zeit befasse. „Die Unzufriedenheit bei den Bauern gegenüber der damaligen Obrigkeit war groß. Da sind wir so weit nicht entfernt, wenn man sich den Unmut unseres Berufsstandes ansieht“, sagte Seifert mit Blick auf die Protestaktionen 2024. Auch wenn es heute nicht um Hungersnot, Leibeigenschaft und Armut geht, sieht er eine Verbindung zu Damals. Im vergangenen Jahr gingen die Bauern hierzulande gegen die Politik, gegen immer mehr Auflagen und Bürokratie auf die Straße – sie fühlen sich gegängelt, müssen zudem mit stetig steigenden Kosten klar kommen.