Rauenstein/Sonneberg Veterinäramt beschlagnahmt 15 Hunde und Katzen

Eines der im Mai 2022 geretteten Tiere auf dem Arm einer Behördenmitarbeiterin. Foto: Landratsamt Sonneberg

Zum zweiten Mal binnen eines halben Jahres entziehen die Behörden einer Familie in Rauenstein massenhaft verwahrloste Haustiere.

Das Veterinäramt des Landratsamtes hat am 11. August  in Rauenstein zwölf Hunde und drei  Katzen aus einer, wie es heißt, „im Sinne des Tierschutzes unzumutbaren Privathaltung“ in Obhut genommen. Die Tiere wurden im Zuge  einer Nachkontrolle aufgefunden, teilte die Behörde am Freitag mit. Aufgrund eines bestehenden Tierhalteverbots sei die sofortige Fortnahme des Dutzends  Hunde und der drei Miezen  in die Wege geleitet worden. Dabei unterstützten Polizisten sowie Mitarbeiter des Ordnungsamtes und des Bauhofs der Gemeinde Frankenblick die Veterinärbehörde. Die Vierbeiner werden seitdem im Tierheim Sonneberg versorgt.

Damit sind die von den behördlichen Maßnahmen Betroffenen übrigens ein zweites Mal binnen eines halben Jahres einschlägig aufgefallen. Bereits Anfang Mai waren 35 Tiere einkassiert worden. Die 18 Katzen und 17 Hunde waren seinerzeit ebenfalls  nach Sonneberg gebracht worden. Anwohner hatte zuvor der zuständigen Stelle im Landratsamt Hinweise gegeben auf Haltungsbedingungen, die kaum mit dem Tierwohl in Einklang zu bringen sind, hieß es damals. Wobei auch zu diesem Zeitpunkt die Geschichte einen Vorlauf hatte. Wie berichtet, hatten die Besitzer im Frühjahr vom Landratsamt zunächst eine Frist gesetzt  bekommen, um bei der Situation nachzubessern. Da sich an den Missständen aber zwischenzeitlich nichts änderte, nahmen am 5. Mai Behördenmitarbeiter den in einem Einzelhaus in Rauenstein eingemieteten Paar die Tiere weg.

Bei der Nachschau am Donnerstag wiederholte sich dieses Szenario. Wie die Mitarbeiterin des Ordnungsamtes schilderte, hatte man gegen 9.30 Uhr vor Ort geklingelt. Rund zehn Minuten harrten Veterinärbehörde, Polizei und Gemeindebedienstete auf Einlass. Eigentlich habe man wieder abziehen wollen, als sich dann doch ein Einlass ergab. Die Mieter hatten auf Nachfrage nichts dagegen einzuwenden, dass sich die Kontrolleure in der Wohnung umschauten. Die waren freilich entsetzt über den Anblick, der sich ihnen im Innern des Hauses bot. Das Bad, in dem eine Katze mit ihren zwei Jungtieren untergebracht war, stellte sich als „komplettes Katzenklo“ dar. In Dreck und Müll hausten ebenso die Hunde. Da die Fenster nur gekippt waren, staute sich beißender Gestank in den Zimmern. Zum Luftschnappen musste so mancher Behördenmitarbeiter kurz ins Freie, um aufkommenden Brechreiz in den Griff zu bekommen. Aufgrund der Gegebenheiten und des seit Mai bestehenden Halteverbots beschloss man einmal mehr die Hunde und Katzen ins Tierheim zu bringen. Die notwendigen Boxen für den Umzug in die Neustadter Straße zu transportieren, übernahmen  Mitarbeiter des Tierheims und des Frankenblick-Bauhofes.

Betroffen zeigte sich auf Nachfrage Frankenblick-Bürgermeisterin Ute Müller-Gothe. Da das Haus mitten in einer Wohnlage steht, erstaune es, dass niemand Alarm geschlagen hatte. Wobei ihre Ordnungsamtsmitarbeiterin erläutert, dass alle Tiere im Gebäude vegetierten: „Nicht einmal bei unserer Klingelei hat irgendein Hund angeschlagen, was eigentlich ungewöhnlich genug ist.“

Nach dem neuerlichen Tierschutzfall mitsamt Beschlagnahme trat am Donnerstag die Auffangstation erst einmal auf die Bremse, was die Möglichkeit  einer raschen Weitergabe  angeht. Einige der Hunde und Katzen seien in nicht so gutem Zustand und müssten tierärztlich versorgt werden, hieß es. Von daher, so teilt die Einrichtung unter der Leitung von Katja Höfler auf Facebook mit, wird gebeten in den nächsten Tagen vorerst von Anfragen Abstand zu nehmen: „Sobald sie zur Vermittlung frei sind, folgt ein gesonderter Beitrag.“  

Das Landratsamt  würde sich freuen, wenn sich  Tierfreunde fänden, die den Hunden und Katzen ein geeignetes, neues Zuhause bieten wollen. Wer Interesse hat, wendet sich bitte an die Tierauffangstation Sonneberg in der Neustadter Str. 135a, Telefon: (03675) 74 27 59.

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